Kärntner SPÖ: Würschl entschuldigt sich nicht: "Bin kein Umfaller"

15. Dezember 2004, 18:59
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Vorwurf der Intrige bleibt aufrecht

Klagenfurt - Der Kärntner SPÖ-Geschäftsführer Herbert Würschl will sich nicht entschuldigen. Zumindest nicht für den Vorwurf der "Intrigantinnen", mit denen er die SP-Mandatarinnen Melitta Trunk und Sieglinde Trannacher in einer E-Mail an den STANDARD bedacht hatte. "Ich kann mich doch nicht für meine Meinung bei mir selbst entschuldigen. Ich bin kein Umfaller", meinte Würschl nach dem Verstreichen der 24 Stunden-Frist, die ihm von SP-Präsidium und Vorstand eingeräumt wurde.

Trunk und Trannacher zeigten sich darüber bestürzt und wollen das Parteischieds- und Ehrengericht anrufen. Die Situation sei für die Partei nun "völlig unerträglich", weil Würschl nicht nur "unseren Ruf geschädigt", sondern auch die Parteigremien und SPÖ-Vorsitzenden Peter Ambrozy brüskiert hätte.

Trunk zum STANDARD: "Hier geht es auch darum, dass unsere Kritik an Jörg Haiders Vorgangsweise im Fall des Stadttheaters mit öffentlicher Diffamierung beantwortet wird. Ich kann das nicht auf mir sitzen lassen, dass jemand, der eine aufrechte Haltung hat, als Intrigant bezeichnet wird." Der St. Veiter Bürgermeister Gerhard Mock verlangt ebenfalls eine Entschuldigung, die ganze Situation sei "nur mehr peinlich". Mock: "Wäre ich Parteichef, wäre Würschl weg."

In einer Aussendung übte Würschl dann doch noch ein wenig Selbstkritik: "Ich sehe aber ein, dass die Parteigremien Ort der Diskussion sein müssen und nicht die Öffentlichkeit." (Elisabeth Steiner/DER STANDARD, Printausgabe, 15.12.2004)

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