Handball-EM: ÖHB-Damen ausgeschieden

18. Dezember 2004, 19:09
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28:32- Niederlage gegen Rumänien bedeutet nur den fünften Gruppen-Rang - Teamchef Müller: "Ich bin sehr enttäuscht"

Debrecen - Österreichs Handball-Damen haben sich am Donnerstag mit einer enttäuschenden 28:32-(15:14)-Niederlage gegen Rumänien von der Europameisterschaft in Ungarn verabschiedet. Die Österreicherinnen, für die im Hinblick auf die Qualifikation für die Platzierungs-Spiele in Budapest nur ein Sieg zählte, behaupteten vor 2.000 Zuschauern in Debrecen lange Zeit eine knappe Führung, mussten aber wie schon am Mittwoch gegen Deutschland in den letzten Minuten einen Einbruch hinnehmen.

Viele vergebene Chancen

"Ich bin sehr enttäuscht. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Hauptrunde. Wir haben auch heute zu viele Möglichkeiten und freie Würfe ungenützt gelassen", trauerte Teamchef Herbert Müller der vergebenen Chance nach, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Vor allem bei Gegenstößen agierten die Österreicherinnen zu wenig kaltschnäutzig. Einzig Tanja Logwin, die mit 15 Toren auch mehr als die Hälfte der ÖHB-Treffer beisteuerte, legte ihre gewohnte Treffsicherheit an den Tag.

Bis zur 53. Minuten hielt die Müller-Truppe die Partie dennoch offen. Zwei Unachtsamkeiten im österreichischen Aufbau nützten die Rumäninnen dann aber zur Vorentscheidung, zogen mit zwei Toren auf 29:26 davon und ließen nichts mehr anbrennen. Nach zwei Siegen in der Vorrunde - darunter einen überraschenden 36:29-Auftakterfolg gegen Weltmeister Frankreich - mussten die Österreicherinnen in den drei Spielen der Hauptrunde damit trotz durchwegs ansprechender Leistungen jeweils Niederlagen hinnehmen.

Starker Beginn

"Wir haben sehr stark angefangen, aber leider haben wir unsere Vorrunden-Leistung nicht in die zweite Turnierhälfte mitgenommen", resümierte Müller enttäuscht. Seine Vorgabe eines modernen Tempo-Handballs war zwar in der ersten Gruppenphase sehr gut umgesetzt worden, "dann haben wir unser eigenes Tempo aber nicht mehr durchgehalten", sagte ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner.

Bereits zuvor hatte sich Olympiasieger Dänemark in der Österreich-Gruppe 2 über einen knappen 24:23-Erfolg über die bisher ungeschlagenen Gastgeberinnen aus Ungarn gefreut. Damit zogen beide Favoriten souverän ins Semifinale ein, dort bekommen es die Ungarinnen aber am Samstag in Budapest mit den starken Norwegerinnen, die im letzten Gruppenspiel Slowenien mit 41:18 abfertigten, zu tun. Dänemark trifft im zweiten Spiel der Vorschlussrunde auf Russland, das sich am Donnerstag gegen Spanien (27:24) durchsetzte. (APA)

Handball-EM der Frauen:

Semifinal-Paarungen (Samstag, ab 17 Uhr in Budapest):

  • Norwegen - Ungarn
  • Dänemark - Russland

    Hauptrunde

    Gruppe 1, in Györ:

  • Spanien - Serbien-Monten. 32:29 (13:17)
  • Ukraine - Slowenien 24:22 (8:11)
  • Norwegen - Russland 25:24 (10:9)
  • Ukraine - Russland 24:28 (9:16)
  • Spanien - Slowenien 30:28 (12:16)
  • Norwegen - Serbien-Montenegro 39:24 (20:15)
  • Spanien - Russland 24:27 (12:17)
  • Ukraine - Serbien-Montenegro 24:23 (15:9)
  • Norwegen - Slowenien 41:18 (16:8)

    Tabelle:

     1. Norwegen          5   5  0  0  158:115   10 *
     2. Russland          5   3  0  2  148:133    6 *
     3. Ukraine           5   3  0  2  124:127    6
     4. Spanien           5   2  0  3  138:138    4
     5. Slowenien         5   2  0  3  135:151    4
     6. Serbien-Monten.   5   0  0  5  131:170    0
    

    Gruppe 2 in Debrecen:

  • Rumänien - Frankreich 31:25 (15:13)
  • Deutschland - Ungarn 25:26 (13:10)
  • Dänemark - Österreich 25:22 (16:14)
  • Österreich - Deutschland 23:29 (13:13)
  • Rumänien - Ungarn 25:31 (13:17)
  • Dänemark - Frankreich 22:20 (10:12)
  • Deutschland - Frankreich 29:27 (13:16)
  • Dänemark - Ungarn 24:23 (8:14)
  • Rumänien - Österreich 32:28 (14:15)

    Tabelle:

     1. Dänemark          5   4  0  1  122:114    8 *
     2. Ungarn            5   4  0  1  146:126    8 *
     3. Deutschland       5   3  0  2  133:127    6
     4. Rumänien          5   3  0  2  137:134    6
     5. Österreich        5   1  0  4  138:149    2
     6. Frankreich        5   0  0  5  124:150    0
    

    * = im Semifinale

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