Erhebliche Lücken bei der Breitband-Internet-Versorgung am Land

22. Dezember 2004, 12:53
3 Postings

Österreich bei der Breitband-Versorgung im internationalen Vergleich zurückgefallen

Österreich hat noch einen erheblichen Nachholbedarf bei der Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit Breitband-Internet. Wie eine Untersuchung des Infrastrukturministeriums zeigt, fehlt bei einem Drittel von 17.245 untersuchten "Siedlungspunkten" der Zugang zum schnellen Surfen, geht aus einer Pressemitteilung von Verkehrs-Staatssekretär Helmut Kukacka (V) vom Dienstag hervor. Er verwies darauf, dass das Ministerium zehn Mio. Euro für den Internetausbau zur Verfügung stellt.

Zehnfache Summe

Branchenkenner fordern jedoch die rund zehnfache Summe. Alcatel Österreich-Chef Franz Hofbauer hatte vor einigen Monaten gemeint, die 10 Mio. Euro-Förderung sei "nur ein Tropfen auf dem heißen Stein". Alleine Niederösterreich gibt nach Eigenangaben 14,5 Mio. Euro für seine Breitbandinitiative aus. Nach einem vergleichsweise frühen Start mit Breitband-Internet hat sich in Österreich das Wachstum der Breitbandtechnologie heuer verlangsamt. Die Alpenrepublik ist im internationalen Vergleich auf den sechsten Platz nach der Schweiz, den USA, den Niederlanden, Belgien und Schweden zurückgefallen, geht aus einer Studie von Arthur D. Little vom März des heurigen Jahres hervor.

19 Prozent, aber ...

Die Breitband-Penetration ist in Österreich 2003 laut ADL-Analyse zwar von 13,8 auf 19 Prozent gewachsen, in der Schweiz liegt die Penetration aber vergleichsweise bereits bei 25,7 Prozent. Die Wachstumsrate lag in Österreich im Vorjahr nur bei 37,5 Prozent, in der Schweiz bei 61,8 Prozent, in Großbritannien sogar bei 120 Prozent, in Tschechien bei 260,9 Prozent und in Kroatien bei 943 Prozent. Beim durchschnittlichen Monats-Umsatz je Kunden (ARPU) liegt Österreich mit 41 Dollar (32,8 Euro) im Mittelfeld. (APA)

Share if you care.