Kalorienarme Diät reduziert Parkinson-Risiko

20. Dezember 2004, 12:20
1 Posting

Im Test mit Rhesusaffen verlangsamte sich der Alterungsprozess

Bethesda, Maryland - Eine kalorienarme Diät reduziert das Risiko für Parkinson. Ein Forschungsteam vom US National Institute on Ageing hat herausgefunden, dass eine langfristige Reduktion der Kalorienzufuhr Rhesusaffen vor der Erkrankung schützt. Die Wissenschaftler glauben, dass eine Beschränkung der Kalorienaufnahme Mechanismen auslöst, welche die Gehirnzellen von potenziellen Parkinson-Patienten schützen.

Eine Reihe von früheren Studien ist zu dem Schluss gekommen, dass der normale Alterungsprozess einen Verlust von Gehirnzellen verursacht, die die Schlüsselchemikalie Dopamin produzieren. Parkinson beschleunigt offenbar den Verlust dieser Zellen, was zu den bekannten Problemen führt. Die Limitierung der Kalorienzufuhr wirkt sich verlangsamend auf den Alterungsprozess aus. In diesem Zusammenhang wollte das US-Team untersuchen, ob eine solche Diät auch die Entwicklung von Parkinson-Symptomen bei Affen aufhält.

Ein Drittel weniger Kalorien

Die Versuchstiere erheilten für sechs Monate eine Diät mit 30 Prozent weniger Kalorien als die Ernährung der Kontrollgruppe. Die Affen auf Diät zeigten eine bessere Bewegungskontrolle und auch höhere Levels von Dopamin in ihrem Gehirn. Außerdem hatten sie höhere Niveaus des Wachstumsfaktors GDNF, der die Gehirnzellen vor der Zerstörung schützt. Die Forscher schließen auf Basis dieser Ergebnisse, dass eine langfristige Kalorienrestriktion das Risiko für Parkinson reduziert, indem die Produktion des schützenden Wachstumsfaktors aktiviert wird.

Im Journal Proceedings of the National Academy of Sciences schreiben die Wissenschaftler: "Die aktuellen Erkenntnisse suggerieren, dass eine langzeitige Kalorienrestriktion das Dopamin-System von Affen vor Umweltgiften schützt, die in Verbindung mit Parkinson stehen." Der Einfluss einer Kalorienreduktion auf Patienten mit fortgeschrittenen Symptomen müsse aber erst erforscht werden. Die Parkinson Disease Society bezeichnete die Ergebnisse als ermutigend, betonte aber, es handle sich noch um ein frühes Stadium der Forschung. Da die Erkenntnisse auf einer Tierstudie basieren, sei noch nicht bekannt, ob sie sich beim Menschen replizieren ließen. (pte)

Share if you care.