Annans Sohn weist Korruptions-Ermittlung als "Hexenjagd" zurück

21. Dezember 2004, 18:30
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"Teil einer größeren politischen Agenda der Republikaner"

New York - Der Sohn von UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat US-Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts auf Korruption beim Irak-Hilfsprogramm "Öl für Lebensmittel" als "Hexenjagd" zurückgewiesen. Anders als in US-Medien nahe gelegt, habe seine Tätigkeit für die Schweizer Firma Cotecna nichts mit dem Irak-Programm der UNO zu tun gehabt, erklärte Kojo Annan nach Angaben des Senders CNN vom Dienstag.

"Ich war niemals direkt oder indirekt an irgendeinem Geschäft beteiligt, das mit den Vereinten Nationen zu tun hatte", zitierte der Sender aus einer ihm übermittelten Stellungnahme des 31-jährigen Annan-Sohns. "Die ganze Sache war vom ersten Tag eine Hexenjagd und Teil einer größeren politischen Agenda der Republikaner."

Konservative US-Abgeordnete hatten nach Bekanntwerden des Korruptionsverdachts im November den Rücktritt des UNO-Generalsekretärs gefordert. Die weitaus meisten Staaten der Welt hatten dem UNO-Generalsekretär jedoch ihr Vertrauen ausgesprochen. In der vergangenen Woche erklärten schließlich auch die USA, es gebe keine Zweifel an der persönlichen Integrität Annans.

Ein Sprecher der Schweizer Firma sagte jetzt CNN, Kojo Annan sei "mit keiner der Operationen von Cotecna im Irak befasst" gewesen. Annan junior war von 1995 bis Ende 1997 für Cotecna tätig. Kurze Zeit später hatte die Firma von der UNO einen Vertrag zur Überwachung des Irak-Hilfsprogramms bekommen, von dem das Saddam-Regime Milliarden von Dollar veruntreut haben soll. Ermittlungen dazu werden parallel von einem Ausschuss des US-Senats und einem unabhängigen Expertenteam geführt, das von den Vereinten Nationen beauftragt wurde.

Erst im November war bekannt geworden, dass Kojo Annan noch bis Februar 2004 monatliche Zahlungen von Cotecna in Höhe von rund 2300 Dollar (etwa 1750 Euro) erhalten hatte. Der Annan-Sohn und Cotecna erklärten, die Zahlungen seien als Ausgleich dafür erfolgt, dass er der Firma nicht mit einem eigenen Unternehmen zur Wareninspektion in Westafrika Konkurrenz machte. Auf diesem Gebiet war er nach Firmenangaben für Cotecna in Nigeria und Ghana tätig, ehe er sich selbstständig machte. (APA/dpa)

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