Tiroler Ferdinandeum präsentiert Ausstellungsprogramm für 2005

17. Dezember 2004, 22:01
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Direktor Ammann gab zugleich seinen Pensionsantritt im nächsten Jahr bekannt

Innsbruck - Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum hat am Dienstag sein Ausstellungsprogramm für 2005 präsentiert. Die zahlreichen Projekte umspannen weite Zeiträume und Stilepochen. Museumsdirektor Gert Ammann gab bei der Präsentation bekannt, am 30. September 2005 nach 20 Jahren in Pension zu gehen. Gerhard Tarmann wird ihm ab 1. Jänner 2005 zur Seite stehen und nach dem Pensionsantritt Amanns das Museum interimistisch leiten, bis ein neuer Direktor bestellt ist.

Die erste große Ausstellung (23. Februar bis 29. Mai) unter dem Titel "Über die Alpen - Menschen - Wege - Waren" der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE ALP) gibt einen umfassenden Einblick in Handelsrouten durch die Alpen, in Handelsgüter und kulturellen Austausch zwischen den Völkern nördlich und südlich des Alpenhauptkamms. Archäologische Bodenfunde aus den Alpenregionen Österreichs, Italiens, Deutschlands, Liechtensteins und der Schweiz illustrieren die mehr als zehntausendjährige Geschichte von Handel und Verkehr.

Bildende Kunst

Von 20. April bis 11. September ist die Österreichische Galerie Belvedere mit Meisterwerken des 19. Jahrhunderts zu Gast. Rund vierzig Hauptwerke der österreichischen Malerei aus der Schausammlung des Oberen Belvedere vermitteln Bildthemen wie das Porträt, das Familien- und Genrebild, die Landschaft oder das Blumenstück. Werke von Ferdinand Georg Waldmüller, Friedrich von Amerling, Friedrich Gauermann, Adalbert Stifter, Rudolf von Alt und Josef Danhauser sind die Highlights.

Aus der Sammlung des Kupferstich-Kabinetts Dresden kommt ab 15. Juni bis 11. September die Schau "Henri de Toulouse-Lautrec - Noblesse des Gewöhnlichen". Die Ausstellung im Rahmen des Innsbrucker Sommers zeigt 100 Meistergrafiken, darunter die Mappe "Elles" mit elf Lithografien aus dem Alltag französischer Freudenhäuser.

Kunst des späten 20. Jahrhunderts

Von 5. Oktober bis 8. Jänner 2006 wird unter dem Titel "Figurative Malerei im Kontext von Tradition und Neuen Medien" eine Kooperation der Stadt Innsbruck und der Bank Austria Creditanstalt mit dem Ferdinandeum realisiert. Gezeigt werden Arbeiten österreichischer Künstler von den 70er Jahren bis heute.

Im Foyer des Ferdinandeums stehen 2005 Reinhard Artberg mit "Visueller Poesie", Norbert Pümpel mit seinem Projekt "Wahrscheinliche Aussage zu einem Guernica des späten 20.Jahrhunderts, 1982" sowie Peter Prandstetter mit Hinterglasbildern auf dem Programm, während im Studio Ankäufe der Galerienförderungen 2004 und die Ausstellung Christine Prantauer vorgesehen sind.

Weitere Themen

Zwei neue Ausstellungen im Zeughaus heißen "Nierentisch und Staatsvertrag. Tirol in den 50er-Jahren" und "IM STEIN. Berg- und Felslandschaften in Tirol." Fotos und Texte von Christoph Lingg und Susanne Schaber.

Auch der Musikkustos des Tiroler Landesmuseums legte ein umfangreiches Programm vor. Es sieht Konzerte mit Werken neu erforschter älterer Tiroler Komponisten (Netzer, Paluselli, Stadlmayr, Gänsbacher), aber auch junger Komponistinnen vor. Jazz, Pop und Rock sind ebenfalls vertreten, und traditionsgemäß wird im Dezember wie immer Weihnachtsmusik der alten Innsbrucker Hofkapelle des 17. Jahrhunderts geboten. (APA)

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