Die Sprachwächter in Mannheim

23. Dezember 2004, 19:36
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Rat für Deutsche Rechtschreibung kam erstmals zu Sitzung zusammen

Mannheim - Über die deutsche Rechtschreibung wacht nun eine neue Expertengruppe. In Mannheim traf sich erstmals der neue Rat für Deutsche Rechtschreibung, dem Sprachwissenschafter, Vertreter von Verlagen, Schriftsteller- und Journalistenverbänden, Lehrerorganisationen, etc. aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angehören. Das Gremium wird bis zur offiziellen Einführung der neuen Schreibweisen in Schulen und Behörden am 1. August 2005 Empfehlungen zu den besonders strittigen Fällen der Getrennt- und Zusammenschreibung, der Eindeutschung von Fremdwörtern und der Interpunktion geben.

Mit dem früheren bayerischen Kunst- und Kultusministers Hans Zehetmair (CSU) an der Spitze sollen auch die Reformgegner in die Weiterentwicklung der neuen Schreibweisen einbezogen werden. An dem Einführungstermin der Reform soll aber trotz Gründung der Expertenrunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht gerüttelt werden.

Mögliche Korrekturen

Zehetmair hatte bereits im Vorfeld der Sitzung vor allem Änderungen bei der Getrennt- und Zusammenschreibung, der Zeichensetzung, Groß- und Kleinschreibung sowie der Eindeutschung von Fremdwörtern ins Spiel gebracht. "Wir müssen mit Besonnenheit und Sachverstand einige Korrekturen angehen, die das Unbehagen unter der Bevölkerung besonders vertiefen", betonte Zehetmair. Einer völligen Rückkehr zu den alten Schreibregeln erteilte er jedoch eine Absage. In der Münchner "Abendzeitung" warnte er vor einem ideologischen Kampf um die Rechtschreibung. Der Rat für deutsche Rechtschreibung müsse jetzt alle Ungereimtheiten aufzeigen und herausfinden, in welchen Bereichen Änderungen möglich sind.

Dem Gremium gehören 18 Deutsche sowie je neun Experten aus Österreich und der Schweiz an. Österreichische Vertreter sind der Leiter der ehemaligen Zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung, Karl Blüml, der frühere Unterrichtsminister Helmut Zilk, der ehemalige Wiener Stadtschulratspräsidenten Kurt Scholz, der Journalist Hans Haider, der Germanistik-Professor Richard Schrodt (Uni Wien), der Autor Ludwig Laher, der Geschäftsführer des Schulbuchverlags öbv&hpt, Georg Glöckler, Günter Lusser von der Pädagogischen Akademie Feldkirch sowie Ulrike Steiner, Redakteurin des Österreichischen Wörterbuchs.(APA/dpa)

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