Italien: Rechtsextremer wegen Attentats auf Bahnhof in Bologna 1980 verurteilt

15. Dezember 2004, 13:51
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30 Jahre Haft für damals 17-jährigen Ciarvardini - Bei dem Attentat kamen 85 Personen ums Leben, 200 weitere wurden verletzt

Rom - Der italienische Rechtsextremist Luigi Ciavardini ist wegen des Attentats auf dem Bahnhof von Bologna im August 1980 zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Ciavardini, der 1980 erst 17 Jahre alt war, wurde beschuldigt, den Sprengstoff besorgt zu haben, der für den Anschlag diente. Beim Attentat in Bologna kamen 85 Personen ums Leben, 200 weitere wurden verletzt.

Ciavardini, Ex-Mitglied der rechtsextremistischen Organisation "Nuclei Armati Rivoluzionari" (NAR, Bewaffnete Revolutionäre Kerne), war erstinstanzlich freigesprochen worden. Die Rechtsanwälte des Rechtsextremisten zeigten sich nun empört. "Es gibt keine Beweise, dass sich Ciavardini am Anschlag beteiligt hat", sagten die Verteidiger nach Angaben italienischer Medien vom Dienstag.

Bereits zwei Terroristen zu lebenslanger Haft verurteilt

Wegen des Anschlags auf dem Bahnhof von Bologna waren zuvor die extremistischen Terroristen Francesco Mambro und Giuseppe Valerio Fioravanti zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Die beiden Terroristen, die auch andere Morde zugaben, hatten jedoch stets geleugnet, die Urheber des Sprengstoffanschlags in Bologna gewesen zu sein.

Verwicklungen in das Attentat waren auch dem ehemaligen Chef der verbotenen Freimaurerloge "P2" (Propaganda Due), Licio Gelli, vorgeworfen worden. Gelli, der als Schlüsselfigur in einem Netz von Intrigen gilt, war es jedoch stets gelungen, durch die Maschen der italienischen Justiz zu schlüpfen. Der P2 gehörten zahlreiche einflussreiche Geschäftsmänner und Politiker an, u.a. auch der damalige Bau- und Medienunternehmer und derzeitige Minitserpräsidetn Silvio Berlusconi. (APA)

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