Nur in 60 Prozent der Haushalte steht noch ein Christbaum

25. Dezember 2004, 12:41
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Absatz schrumpft durch "Weihnachtsflüchtlinge" und Single-Haushalte

Das Symbol für Weihnachten, der Christbaum, ist nur mehr in 60 Prozent der heimischen Haushalte willkommen, während es 1996 noch 70 Prozent waren. Der Absatz ist seither um mehr als 300.000 geschrumpft, weshalb erstmals weniger als zwei Millionen Stück verkauft werden dürften. Für diese Entwicklung machte Andreas Kreutzer, Geschäftsführer des Marktanalyseunternehmens Kreutzer Fischer & Partner, vor allem die steigende Zahl von Single-Haushalten sowie "Weihnachtsflüchtlinge" verantwortlich.

Wer alleine lebt, überlegt es sich heute zwei Mal, ob sich der Aufwand eines Christbaumes lohnt. Noch dazu, wenn die jüngeren ohnehin im Schoße ihrer Eltern feiern. Andere jetten vor dem 24. Dezember in den Süden, wodurch sich die Frage nach einem Baum von selbst erledigt. Und schließlich nimmt auch der Anteil der Moslems zu, die natürlich nicht Weihnachten feiern.

Relativ junger Brauch

Übrigens ist der Brauch, am Heiligen Abend einen geschmückten Christbaum aufzustellen, noch relativ jung. In Wien wurde ein solcher Christbaum erstmals 1816 im Palais Erzherzog Karls aufgestellt. Initiatorin war die in Berlin geborene Bankiersgattin und Philantropin Fanny Arnstein.

Mag auch die Nachfrage sinken, der Umsatz mit Christbäumen bleibt stabil. Dafür sorgen schon die jährlichen Preiserhöhungen, die weit über der Inflationsrate liegen. Kreutzer: "Seit 2000 sind die Preise für Christbäume um mehr als 20 Prozent gestiegen." Im Schnitt kostet heute ein Christbaum fast 22 Euro, was für 2004 einen Umsatz von etwa 43 Mio. Euro erwarten lässt. Preiswert, aber wohl völlig stillos sind jene rund 300.000 Haushalte unterwegs, die zu einem Plastikbaum gewechselt haben.

Ein Fünftel der Bäume aus Dänemark

Die Hälfte der - natürlichen - Bäume werden von den Land- und Forstwirten direkt ab Hof oder über deren Verkaufsstände in den Städten an die Familien gebracht. 25 Prozent des Umsatzes entfallen auf Christbaumhändler. Immer besser ins Geschäft kommen Handelsketten wie Baumärkte oder Supermärkte, die zuletzt zu Lasten der freien Händler und auch des Direktverkaufs zulegen konnten.

Übrigens stammt bereits ein Fünftel aller Christbäume nicht aus heimischen Wäldern, sondern aus Dänemark. Der Exportweltmeister setzt jährlich etwa 400.000 Stück hier zu Lande ab. Die heimischen Bauern werden so und Preisdruck gesetzt. (APA)

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