Ehefrau-Mörder Peterson in Kalifornien zum Tod verurteilt

15. Dezember 2004, 09:32
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Geschworene empfahlen Todesstrafe in "Medien-Justizfall"

Washington - In Kalifornien ist am Montag der 32-jährige Scott Peterson wegen Mordes an seiner schwangeren Ehefrau zum Tod verurteilt worden. Die Geschworenen empfahlen nach mehrtägigen Beratungen die Todesstrafe, die theoretisch vom Richter noch in lebenslange Haft umgewandelt werden kann. Über den Fall Peterson wurde von den US-Medien landesweit zwei Jahre bis in die kleinsten Details berichtet. Petersons 27-jährige Ehefrau Laci war zu Weihnachten 2002 in der kalifornischen Kleinstadt Modesto verschwunden. Ihre verweste Leiche und die Leiche des Fetus wurden später in der Bucht von San Francisco gefunden.

Scott Peterson hat bis zuletzt seine Unschuld beteuert und erklärt, er sei zur mutmaßlichen Tatzeit fischen gewesen. Im Prozess wurde von der Anklage weder Tatwaffe, Todesart, Tatort noch sonstige Details zum Tod der schwangeren Frau präsentiert. Belastend wirkte sich für Peterson das Bekanntwerden einer Affäre mit einer anderen Frau zum Zeitpunkt des Verschwindens seiner hochschwangeren Ehefrau aus.

Peterson wurde vom Staranwalt Mark Geragos verteidigt, der die Unschuld seines Mandanten beweisen wollte. Als die Geschworenen über eine Verurteilung berieten, wurden zwei Geschworene aus nicht völlig geklärten Gründen vom Richter ausgetauscht. Die Hinrichtung wird in Kalifornien mit der Giftspritze vollzogen. Verurteilte sitzen oft jahrzehntelang im Todestrakt ein.

Kritische Beobachter meinten nach der Urteilssprechung, wegen der übermäßigen Medienberichterstattung werde das Recht auf ein faires Verfahren gefährdet. So habe das Verfahren viel länger als vergleichbare Mordfälle gedauert, auch die Verhängung der Todesstrafe sei nicht gerechtfertigt. (APA)

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