Jobabbau bei Delphi - Auswirkung auf Österreich noch unklar

29. Dezember 2004, 10:39
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Österreich-Tochter der ausgelagerten GM-Autoteilsparte wartet auf Entscheidungen bei Opel - Rund 800 Mitarbeiter in Österreich

Großpetersdorf/Troy - Bei der Österreich-Tochter des weltgrößten Autozulieferers Delphi herrscht noch Unklarheit, ob sie von einem groß angelegten Jobabbau im Konzern 2005 betroffen sein wird. Der US-Konzern hatte vergangenen Freitag angekündigt, wegen großer Verluste im kommenden Jahr 8.500 Mitarbeiter abbauen zu wollen, 5.500 davon außerhalb der USA. Laut Delphi-Österreich-Chef Franz Kromp lässt sich derzeit noch "nicht absehen, ob die österreichischen Standorte betroffen sein werden oder nicht".

Rund 800 Mitarbeiter in Österreich

Delphi beschäftigt derzeit 100 Mitarbeiter in Wien und etwas mehr als 700 Mitarbeiter in einem gemeinsamen Werk mit der Firma Packard im burgenländischen Großpetersdorf.

Hintergrund der Einsparungspläne im Konzern sei vor allem eine Nachfrageschwäche am US-Markt. In Europa, wo die Abnehmer von Delphi Österreich angesiedelt sind, sei der Ausblick besser, betonte Kromp. Die Prognosen über die weitere Entwicklung am europäischen Markt würden aber wesentlich davon abhängen, "was bei Opel passiert".

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) will in Europa mindestens 500 Mio. Euro einsparen bzw. rund ein Fünftel der 63.000 Mitarbeiter abbauen und hat Werksschließungen nicht ausgeschlossen. Delphi, als die verselbstständigte ehemalige Autoteile-Sparte von GM, will mit den aggressiven Kostensenkungen gegen kräftige Verluste gegensteuern.

Hoher Verlust erwartet

Das Unternehmen mit Sitz in Troy (US-Bundesstaat Michigan) geht für das Schlussquartal dieses Jahres von einem Verlust von 123 Mio. Dollar bis 143 Mio. Dollar aus (92,7 bis 107 Mio. Euro) aus und für das Gesamtjahr von roten Zahlen in Höhe von 57 Mio. Dollar bis 77 Mio. Dollar. Die Umsatzprognose für das vierte Quartal 2004 wurde um 200 Mio. Dollar auf 6,9 Mrd. Dollar bis 7 Mrd. Dollar reduziert. Delphi rechnet mit einem Jahresumsatz von 28,5 Mrd. Dollar bis 28,6 Mrd. Dollar.

Für 2005 erwartet Delphi einen Verlust von 350 Mio. Dollar und einen Umsatz von 28,5 Mrd. Dollar bis 29 Mrd. Dollar. Die Stellenstreichungen würden das Ergebnis mit 150 Mio. Dollar belasten. Ohne Berücksichtigung dieser Sonderbelastung rechnet Delphi mit einem Minus von 200 Mio. Dollar. Der Konzern will seinen nicht mit GM, sondern mit anderen Unternehmen verbuchten Umsatz 2005 um elf Prozent steigern. Er soll dann 51 Prozent des Gesamtumsatzes erreichen. (APA)

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