Ahern erwartet Kompromiss zu umstrittener IRA-Entwaffnung

14. Dezember 2004, 17:07
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Irischer Ministerpräsident nach Treffen mit Sinn-Fein-Chef Adams zuversichtlich

Dublin - Der irische Ministerpräsident Bertie Ahern rechnet trotz des Scheiterns des jüngsten Nordirland-Friedensplans mit einer baldigen Lösung für die britische Unruheprovinz. Auch wenn sich die Irisch-Republikanische Armee (IRA) weiterhin weigere, ihre Entwaffnung durch Fotos dokumentieren zu lassen, erwarte er eine Kompromisslösung, sagte Ahern am Montag. Er äußerte sich nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden der IRA-nahen Partei Sinn Fein, Gerry Adams.

Die Bedingungen der Entwaffnung waren nach der Vorlage des britisch-irischen Friedensplans am vergangenen Mittwoch zum zentralen Streitpunkt zwischen radikalen Katholiken und Protestanten in Nordirland geworden. IRA und Sinn Fein lehnen eine Dokumentation der Entwaffnung als demütigend ab.

Ahern rief die IRA am Montag außerdem dazu auf, ausdrücklich klarzustellen, dass sie von Banküberfällen, Produktfälschung und Zigarettenschmuggel künftig absehen werde. Nach polizeilichen Schätzungen nimmt die IRA mit solchen Straftaten jährlich rund 8,5 Millionen Euro ein. Der Sinn-Fein-Vorsitzende Adams erklärte zu Aherns Forderung, Kriminelle würden von der Mitgliedschaft in der IRA ausgeschlossen. (APA/AP)

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