Westbahn-Ausbau: Knoten Wagram eröffnet

15. Dezember 2004, 09:23
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Auf 6,2 Kilometer Länge wurden 25,8 Kilometer Gleise verlegt - Kosten: 170 Millionen Euro

St. Pölten - Der Ausbau der Westbahn zur Hochleistungsstrecke hat eine weitere wichtige Phase erreicht: Bei Pottenbrunn in der Nähe von St. Pölten wurde am Montag der Knoten Wagram feierlich eröffnet. Die technischen Daten der "Mehrfachkreuzung" sind beeindruckend: Auf einer Länge von 6,2 Kilometern wurden 25,6 Kilometer Gleise verlegt, 12.000 Tonnen Stahl und 130.000 Kubikmeter Beton eingearbeitet, knapp 2,4 Mio. Kubikmeter Erdmasse wurde bewegt. Die Kosten für den Knoten Wagram werden von der HL-AG mit 170 Mio. Euro beziffert.

Bereits im Oktober dieses Jahres gingen die zwei nördlichen Gleise in Betrieb, womit die Fertigstellung der ersten Ausbaustufe abgeschlossen war. Die zweite Bauphase wird gemeinsam mit der Fertigstellung der Neubaustrecke Wien-St. Pölten im Jahr 2012 finalisiert. Am Knoten Wagram werden künftig Regionalbahnen, die Hochleistungsstrecke sowie die Güterzugumfahrung gleichzeitig und ohne Behinderung den Bereich passieren können.

14 Brücken und drei Tunnel

14 Brücken und drei Tunnel wurden dafür errichtet, der Bahnhof Pottenbrunn eigens dafür auf Hochleistungsstandards umgebaut. Sämtliche Ausbauarbeiten haben unter Aufrechterhaltung des regulären Bahnbetriebes stattgefunden. Zusätzlich wurden hochabsorbierende Lärmschutzmaßnahmen getroffen, die Bahndämme und Erdwälle bepflanzt und somit ins Ortsbild integriert.

Der Knoten Wagram war aber auch für Archäologen ein Objekt der Begierde. Stets unter Zeitdruck grabend, wurden die Forscher des Bundesdenkmalamtes einige Male fündig. Aus den Tiefen des Bodens tauchten nicht nur Gräber aus der Zeit der Völkerwanderung (etwa 600 n. Chr.) auf, sondern auch 7.000 Jahre alte Siedlungen aus der Jungsteinzeit.(APA)

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