Academia gründet Business

14. Februar 2005, 17:59
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Zwei neue "AplusB"-Zentren sollen Akademiker bei Gründung und in der Startphase unterstützen

Wenn A und B zusammen- treffen, kommt mit etwas Glück, Planung und Einsatz ein erfolgreiches C heraus. "AplusB" nennen sich die von Infrastrukturministerium und Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eingerichteten "Academia plus Business"-Gründungszentren.

A plus B ist C

Fünf von ihnen gibt es derzeit österreichweit. Ihr Ziel ist es, potenziellen Unternehmensgründern oder solchen, die es bereits bis zur Anlaufphase geschafft haben, mit Know-how, Infrastruktur und Fördermitteln unter die Arme zu greifen. Kurz: ein stabiles Unternehmen, also ein "C", zu etablieren.

Derzeit 40 Projekte

Über 40 Gründungsprojekte werden momentan betreut, in den nächsten Jahren sollen an die 60 hinzukommen. Denn: Anfang Dezember wurden zwei neue "AplusB"-Zentren genehmigt. Eine Gründeranlaufstelle in Oberösterreich wird erweitert und bekommt damit 400.000 Euro zusätzlich für ihr Budget.

"Brachliegende Ideen mobilisieren"

Während es in allen Bundesländern außer dem Burgenland bereits "AplusB"-Zentren gibt, soll mit den beiden neuen Standorten in Salzburg und Vorarlberg die Hochschullandschaft weiter erschlossen werden. "Wir wollen versuchen, brachliegende Ideen zu mobilisieren und daraus Teamgründungen zu machen", fasst Christian Prucher, Projektkoordinator bei der Innovations- und Technologietransfer Salzburg GmbH, das Vorhaben für das künftige "Business Creation Center Salzburg" (BCC) zusammen.

Büros für Jungchefs Es gelte also zu prüfen, ob die Projekte der Antragsteller umsetzungsfähig sind oder ob Verbesserungsbedarf besteht. Und, so Prucher, "wir versuchen auch zu einer tollen Idee den notwendigen wirtschaftlichen Hintergrund zu schaffen". Jungunternehmer bekommen neben finanzieller Unterstützung und Beratung auch Büros zur Verwirklichung ihrer Konzepte zur Verfügung gestellt. Nach maximal eineinhalb Jahren sollten sie jedoch auch ohne "AplusB"-Unterstützung auskommen.

Fokus auf Technologie

Das neu entstehende Zentrum in Vorarlberg hätte auch dafür bereits vorgesorgt: Die "incubator Management GmbH", größter Gesellschafter des künftigen "AplusB-V", unterstützt laut Geschäftsführer Michael Zangerl "Unternehmen in frühen Lebensphasen". Also "genau im Anschluss an die Phase im Gründungszentrum". Schwerpunktmäßig will man sich am Standort Lustenau nur so weit festlegen, dass man "den Technologiebereich" unterstützt. Alles andere wäre in der kleinen Region nicht zielführend.

Schließlich rechnet man mit mindestens 20 erfolgreichen Projekten innerhalb von fünf Jahren. Die Salzburger Schwester rechnet sogar mit rund 40 Projekten. Derzeit feilen die beiden neuen im "AplusB"-Team an einer konkreten Umsetzungsstrategie, der Startschuss zur Gesellschaftsgründung soll Anfang 2005 erfolgen. Prucher: "Ich gehe davon aus, dass sich das Zentrum bis spätestens Ende des ersten Quartals in Gründung befindet."

Bei Uni und Techno-Z

Das Salzburger "BCC" wird seinen Standort im Technologiezentrum der Stadt finden, in unmittelbarer Nähe der Universität. Und das Vorarlberger "AplusB-V" soll im Millenniumspark, dem Technologiezentrum in Lustenau, beheimatet sein. Durch die Beteiligung des Tiroler Gründerzentrums "CAST" (Center for Academic Spinn-offs Tyrol) hofft man hier, sich die drei Jahre Erfahrungsvorsprung des Teilgesellschafters zunutze machen zu können. (kmo, DER STANDARD Printausgabe, 13.12.2004)

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    Sponsionsbrief überreicht, und was dann? Ein Unternehmen gründen zum Beispiel. Unterstützung bieten die AplusB-Zentren

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