Kahlenberg-Projekt: Hotelfachschule "Modul" will einziehen

23. Dezember 2004, 19:42
posten

Neue Pläne für Eigentümer "letzte Möglichkeit" - Boltenstern-Restaurant soll erhalten bleiben

Wien - Nach langen Verhandlungen steht nun das Konzept für ein neues Hotel- und Seminar-Projekt am Wiener Kahlenberg. Stadt, Eigentümer und Bundesdenkmalamt haben sich auf einen Entwurf geeinigt, der den Erhalt des von Erich Boltenstern errichteten Restaurants beinhaltet.

Auch die Wiener Wirtschaftskammer (WKW) wird entgegen anders lautender Meldungen nun doch mit dem "Modul" am Kahlenberg einziehen. Das betonte Kammerdirektor Günther Schön am Montag im Gespräch mit der APA.

Wien ist "äußerst erfreut"

"Die Stadt Wien ist über das neue Projekt äußerst erfreut", betonte Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) in einer Aussendung. Etwas weniger euphorisch äußerte sich Eigentümer Leopold Wieninger gegenüber der APA. Das modifizierte Projekt sei für ihn "die einzige Möglichkeit gewesen", konstatierte Wieninger.

Schließlich sei das Bundesdenkmalamt "wild entschlossen gewesen", das vom Ringturm-Architekten Boltenstern errichtete Restaurant unter Schutz zu stellen. Da habe es für ihn keinen Sinn gemacht, "mit dem Kopf durch die Wand zu rennen".

Bereits im Februar oder März könne man mit den Abbrucharbeiten beginnen und noch im kommenden Jahr den Bau des Appartementhotels starten. Der Umbau des umstrittenen Restaurants werde aber sicher erst 2006 in Angriff genommen.

Tourismusmanagement-FH

Damit dürfte auch der Weg für die geplante Tourismusmanagement-FH als Ableger der renommierten "Modul"-Hotelfachschule der WKW frei sein. Es gebe laut derzeitigem Stand ausreichend Flächen dafür - auch wenn das bestehende Restaurant in das Projekt einbezogen werde, betonte Schön.

"Genau werden wir uns die Pläne noch anschauen, aber es ist ziemlich sicher, dass wir da hinaufgehen", so Schön. Die Wirtschaftskammer habe trotz der Diskussionen um den Denkmalschutz die Pläne weiter entwickelt, betonte deren Direktor.

Er empfange die Kammer mit "offenen Armen", freute sich Wieninger. Zwar habe die Schule nie "definitiv abgesagt", jedoch sei man dort durch das "ewige Hin und Her" frustriert gewesen, meinte der Liegenschaftsbesitzer.

Er wolle nicht direkt von Enttäuschung sprechen, bleibe aber vorsichtig, da es bereits einmal so ausgesehen habe, als befände sich das Projekt auf Schiene - bevor das Bundesdenkmalamt auf den Plan getreten sei.

Boltensternbau soll erhalten bleiben

Nach der neuen Variante sollen die Hauptteile des Boltensternbaus erhalten bzw. rekonstruiert werden. Die Wiederherstellung der Straßenfassade und des nordwestlichen Einganges werde "den Charakter des Projektes von 1936 erkennen lassen", prophezeite Schicker. Besonders erfreulich sei, dass auch im neuen Projekt der freie Blick von Wien auf die Kirche erhalten bleibe, betonte der SP-Politiker. (APA)

  • Artikelbild
    foto: der standard
Share if you care.