US-Jugendliche warten länger auf ersten Sex

13. Dezember 2004, 11:52
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US-Kampagne zur Verhinderung von Teenager-Schwangerschaften zeigt Wirkung - Mädchen aktiver

Washington - Die Jugendlichen in den USA warten mit dem ersten Sex länger als früher. Zu diesem Ergebnis kommt nach einem Bericht der "Washington Post" vom Samstag eine jüngste Studie der US- Regierung. 1995 hatten der Untersuchung zufolge 55 Prozent der männlichen Teenager im Alter von 15 bis 19 Jahren bereits Sex gehabt, 2002 seien es nur noch 46 Prozent gewesen. 91 Prozent benutzten dabei nach ihren Angaben Verhütungsmittel - vor allem Kondome und Anti- Baby-Pillen.

Mädchen aktiver

Bei den weiblichen Befragten der gleichen Altersgruppe gaben demnach 47 Prozent an, sexuelle Erfahrungen gesammelt zu haben. Erstmals seit 1973, dem Beginn der Erhebung "Nationale Studie zum Familienwachstum", gaben 2002 mehr Mädchen als Burschen an, Sex zu haben. 83 Prozent der weiblichen Jugendlichen schützten sich ihren Angaben zufolge mit Verhütungsmitteln.

Sex "nicht freiwillig"

Mit Ausnahme der 18- und 19-Jährigen sowie der afroamerikanischen Mädchen sind die US-Teenager beiderlei Geschlechts dem Bericht nach weniger sexuell aktiv als früher. Fast zehn Prozent der befragten Mädchen mit sexuellen Erfahrungen gaben an, diese "nicht freiwillig" gemacht zu haben.

"Positives Ergebnis"

Der Sprecher der US-Kampagne zur Verhinderung von Teenager-Schwangerschaften, Bill Albert, wertete das Ergebnis insgesamt als positiv. "Die Daten zeigen deutlich, dass Teenager vorsichtiger mit Sex geworden sind. Das ist eine wirkliche Veränderung." Die USA haben dennoch laut "Washington Post" eine der höchsten Geburtenraten bei Teenagern in der westlichen Welt.

In den USA gibt es seit geraumer Zeit eine heftige Debatte über die Wirksamkeit und den Sinn einer Kampagne der Regierung von US- Präsident George W. Bush, die Jugendliche zu sexueller Abstinenz bewegen soll. 2005 will die Regierung dafür 170 Millionen Dollar (130 Millionen Euro) ausgeben.

Für die Studie wurden den Angaben zufolge 3.000 Jugendliche in Vier-Augen-Gesprächen befragt. (APA/dpa)

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