Fastweb will italienischen Mobilfunkbetreiber Wind übernehmen

17. Dezember 2004, 13:01
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Finanzierungspartner gesucht - Wind könnte bis zu 12 Mrd. Euro kosten - Drittgrößter Betreiber Italiens mit 13,5 Mio. Kunden

Der Mailänder Anbieter von Breitbanddiensten Fastweb hat sich an der Übernahme von Italiens drittstärkstem Mobilfunkbetreiber Wind interessiert gezeigt. "Die Übernahme von Wind ist eine Gelegenheit, die zahlreiche Synergieeffekte ermöglichen würde. Wir haben die Deutsche Bank beauftragt, dieses Thema zu vertiefen", sagte Silvio Scaglia, Geschäftsführer von Fastweb, nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica".

Partnersuche

Um die Übernahme zu finanzieren, sucht Fastweb nach Partnern. Wind könnte bis zu 12 Mrd. Euro kosten, schätzen die Experten. Mit 13,5 Mio. Kunden ist Wind der drittstärkste Fest- und Mobilfunkbetreiber in Italien. Das Unternehmen unter Kontrolle des italienischen Stromriesen Enel beschäftigt 8.700 Personen. Enel hatte in den letzten Monaten öfters bekundet, sich aus dem Telekom-Geschäft zurückziehen zu wollen. Enel, der Wind im Jahr 1997 gegründet hatte, wolle sich ausschließlich auf den Strombereich konzentrieren, so Konzernchef Paolo Scaroni.

Wind hatte in den vergangenen Monaten wegen der Krise der Märkte den IPO (Initial Public Offering) verschieben müssen. In der vergangenen Woche hatte sich ein internationales Konsortium um den italienischen Großunternehmer Cesare Romiti an der Übernahme von Wind interessiert erklärt.

20 Prozent

Fastweb erreicht mit seinen Breitbanddiensten 20 Prozent der italienischen Bevölkerung. Mit der Wind-Übernahme könnte Fastweb sein Geschäft wesentlich expandieren. Auf dem Konzern lasten jedoch Schulden im Wert von 800 Mio. Euro. (APA)

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