Drahtschlingen-Mord vom Semmering vor Gericht

13. Dezember 2004, 16:39
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27-jähriger Steirer in Leoben angeklagt - Opfer war 39-jährige Arbeitskollegin

Graz - Der Mord an einer zweifachen Mutter aus Spital am Semmering ist am heutigen Montag Gegenstand eines Geschworenenprozesses in Leoben. Ein 27-jähriger Arbeitskollege der 39-Jährigen muss sich wegen Mordes sowie Störung der Totenruhe verantworten. Der Angeklagte soll sein Opfer im Juni mit einer Drahtschlinge erdrosselt haben. Die Leiche der Frau wurde einen Tag später in einer Wehranlage in Niederösterreich gefunden.

Gerlinde L. und der beschuldigte Bernhard G. hatten mehrere Jahre zusammen in der Discothek "Tanzfassl" in Steinhaus (Bezirk Mürzzuschlag) gearbeitet. Der mutmaßliche Täter hatte schon lange eine Abneigung gegen die geschiedene Mutter zweier Kinder. Als die beiden Ende Juni in dem Lokal gemeinsam aufräumten, dürfte es erneut zu einem heftigen Streit gekommen sein. Laut Anklage schlug G. die Frau nieder und erdrosselte sie mit einer Drahtschlinge. Anschließend soll er die Tote in Schwarzau am Steinfelde (Bezirk Neunkirchen) in einen Bach geworfen haben, wo sie einen Tag später in der Wehranlage entdeckt wurde.

Der Verdächtige wurde kurz nach dem Leichenfundort verhaftet und war sofort geständig. Der Steirer, für den eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gefordert wird, dürfte unter schweren sexuellen Störungen leiden. Er soll mehrmals Damenslips von fremden Wäscheleinen gestohlen und gesammelt haben. Bernhard G. steht auch in dem Verdacht, nach dem Mord auf sein Opfer onaniert zu haben. (APA)

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