ÖAMTC warnt vor Internet-Betrügern beim Autoverkauf

20. Dezember 2004, 10:37
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Zahlungen mit nicht gedeckten Schecks

In jüngster Zeit häufen sich Betrugsfälle mit vermeintlichen Kaufinteressenten, die es nicht nur auf Kfz-Händler abgesehen haben, sondern auch auf private Pkw-Verkäufer. Darauf machte der ÖAMTC am Montag in einer Aussendung aufmerksam.

Das Geld aus der Tasche ziehen

"Mit immer neuen Tricks versuchen Betrüger im Internet ahnungslosen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Betrüger suchen sich ihre Opfer auf Webplattformen wie Car4you, Cybasar, AutoScout24 oder anderen Internetbörsen in Österreich oder Deutschland. Kommt es zum Kaufabschluss wird mit Schecks bezahlt, die nicht gedeckt sind", warnte ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka.

Kontakt per Mail

Die "Kaufinteressenten" kontaktieren ihre Opfer laut dem Autofahrerclub per E-Mail. Die Korrespondenz erfolgt zumeist in englischer Sprache, wobei sich die Betrüger oft als vermeintliche Handelsagentur mit Sitz in England ausgeben. Die Käufer geben vor, für wichtige Kunden in Übersee ein Fahrzeug zu besorgen. Nach kurzen Verhandlungen erhält der Verkäufer einen Scheck aus einem englischsprachigen Land per Post zugeschickt, dessen Summe deutlich über dem vereinbarten Kaufpreis liegt. Der Scheck wird dem Verkäufer problemlos auf sein Bankkonto gutgeschrieben. Der Verkäufer wird daraufhin ersucht, den Mehrbetrag auf ein Konto im Ausland zu überweisen.

Zahlungen mit nicht gedeckten Schecks

"Da es sich aber um einen ungedeckten Scheck handelt, wird die Gutschrift später wieder zurückgebucht. Das wird dadurch möglich, dass zahlreiche Banken die in England, Kanada und USA ausgestellten Schecks zunächst akzeptieren und gutschreiben, später allerdings die Gutschrift stornieren, wenn sich der Scheck als nicht gedeckt erweist", erläuterte Zelenka.

Die Betrüger bedienen sich des Geldtransfersystems des Finanzdienstleisters "Western Union". Bei dieser Bank mit weltweit 115.000 Filialen wird der Mehrbetrag nach Aufforderung der "Käufer" vom Verkäufer bar oder per Überweisung einbezahlt. Der Haken dabei ist laut ÖAMTC, dass das Geld nicht zurückgebucht werden kann und der Empfänger nicht ermittelbar ist. "Manchmal kommt im Auftrag der Betrüger auch ein Kurier, der das Fahrzeug abholt und sich den Restbetrag in bar auszahlen lässt. Wenn der Scheck dann nach ein paar Tagen platzt, sind das Auto, der ausbezahlte Mehrbetrag und die Täter längst verschwunden", erklärte Zelenka. Außerdem entstehen durch das Gutschreiben und das spätere Abbuchen der Schecksumme auf dem Konto des Verkäufers Bankspesen in der Höhe von 75 bis 100 Euro.

Finger weg

Laut ÖAMTC-Juristin sollte man die Finger von Kaufangeboten lassen, wenn

* ein Verrechnungsscheck ("personal/company cheque", "Certified Cheque") ausgestellt wird, dessen Summe deutlich höher ist als der Verkaufspreis,

* der Verkäufer aufgefordert wird, den Betrag über der Kaufsumme zu überweisen bzw. in bar auszuzahlen,

* ein Dritter anstatt des Käufers das Fahrzeug abholen will und dieser sich den Restbetrag ausbezahlen lässt.

Ursula Zelenka rät, den Betreiber der Internetplattform zu informieren und auf keinen Fall solche Angebote anzunehmen. "Die Mailkorrespondenz sollte unbedingt zu Beweiszwecken aufgehoben und Anzeige wegen Betrugs beim Landesgericht erstattet werden", empfiehlt die Juristin. (APA)

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ÖAMTC

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