Auszeichnung für Sir Simon Rattle

17. Dezember 2004, 12:39
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Dirigent leitet 25.000 Euro des Comenius-Preises an Betreiber sozialer und musikalischer Projekte weiter

Berlin - Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Sir Simon Rattle, ist am Sonntag in Berlin mit dem Comenius-Preis ausgezeichnet worden. Er erhielt die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung "für sein leidenschaftliches und beispielhaftes Engagement", mit dem er seit Jahren zusammen mit seinem Orchester Kinder und Jugendliche mit der Welt der Musik vertraut mache.

Die Berliner Philharmoniker engagieren sich unter der Leitung Rattles in so genannten Education-Programmen für Kinder und Jugendliche. Jüngstes Zeugnis dieser Arbeit ist der Dokumentarfilm "Rhythm is it!", der in diesem Herbst im Kino lief. Laudator Peter Raue nannte Rattle einen "leidenschaftlichen Kunstvermittler", der Liebe, Lust und Neugier für Kultur bei Kindern und Jugendlichen wecke. "Er ist ein Pädagoge, der das Eis bricht durch Wärme."

Noble Geste

Rattle kündigte an, er werde das Preisgeld an zwei Männer in Venezuela, José Antonio Abero und Wilfried Merle, weitergeben, die sich seit Jahrzehnten in musikalischen und sozialen Projekten ihres Landes engagieren. Unter anderem gründeten sie mehr als 170 Jugendorchester. "Wenn wir etwas über die soziale Kraft gemeinsamen Musizierens erfahren wollen, dann können wir nach Venezuela schauen", sagte Rattle.

Der Preis wird von der J.A. Comenius-Stiftung vergeben, die 1991 von dem Berliner Erziehungswissenschaftler Rainer Winkel gegründet wurde. Sie kümmert sich um die Förderung von Kindern und Jugendlichen. (APA/dpa)

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