Wiener Tschuschenkapelle feiert 15-jähriges Bestehen

17. Dezember 2004, 22:00
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Festkonzert und CD-Präsentation am 21.12. im Porgy&Bess

Wien - Mit einer Reihe von Festveranstaltungen feiert die Wiener Tschuschenkapelle ihr 15-jähriges Bestehen. Höhepunkt des Veranstaltungsreigens ist das Geburtstagskonzert "15 Jahre Wiener Tschuschenkapelle - für ein schöneres Österreich" am 21. Dezember im Wiener Jazzclub Porgy&Bess. Dort wird auch die neue CD "15 Jahre Wiener Tschuschenkapelle" präsentiert.

Die Tschuschenkapelle steht nicht nur für Ethno-Musik, sie stand immer auch für Völkerverbindung und Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit. Der Leiter der Gruppe, der Kroate Slavko Ninic, begann seine Laufbahn in Österreich in den 70er Jahren wie ein typischer "Tschusch": als Arbeiter bei einer kleinen Baufirma von Richard Lugner. Um sich vom abwertenden "Tschuschen"-Image zu befreien, begann er einerseits zu studieren und gründete andererseits eine Musikgruppe, die das fremdenfeindliche Schimpfwort ironisierte, indem sie es für sich selbst in Anspruch nahm. Heute ist Ninic diplomierter Soziologe und Dolmetscher und Besitzer der österreichischen Staatsbürgerschaft.

Mix

In der Tschuschenkapelle spielen und spielten Österreicher zusammen mit ausländischen Musikern, vor allem vom Balkan, aus Süd- und Osteuropa. Ninic selbst - immer mit Hut - spielt Gitarre, singt und moderiert. Das Repertoire besteht aus traditionellen und komponierten Liedern der Balkanländer, Serenaden des Mittelmeeres, türkisch-orientalen und russischen Weisen, griechischem Rembetiko, Zigeunerjazz und der bosnischen Sevdalinka. Aber auch das Wiener Lied wurde integriert, und ja sogar mit den Wiener Philharmonikern in der Staatsoper ist die Gruppe schon aufgetreten.

Insgesamt sechs CDs hat die Tschuschenkapelle in den 15 Jahren ihres Bestehens heraus gebracht. Die fünfte, "live ...und davon", wurde in der Rubrik "Ethno, world" mit dem renommierten Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Im Vorjahr erschien "Exil". Die jüngste CD "15 Jahre Wiener Tschuschenkapelle" (eine Produktion des ORF), die am 21. Dezember im Porgy & Bess präsentiert wird, ist ein Live-Mitschnitt ihres Konzerts beim vergangenen Donauinselfest und zugleich eine kleine Dokumentation der 15-jährigen Arbeit, inklusive dreier neuer Nummern.

Beim vorweihnachtlichen Festkonzert im Porgy spielen "Neutschuschen" zusammen mit "Alttschuschen", also ehemaligen Musikern der Kapelle. Die ganze "klassische Standardbesetzung", mit der die Tschuschenkapelle das internationale Renomme errungen hat, ist also zugegen. So wird es spannend zu hören, wie die Band mit Geigen, Mandolinen und Buzukis geklungen hat, im Vergleich zu heute, wo von der Instrumentierung her Klarinette und Akkordeon den Ton angeben. Was zu erwarten ist, wenn sich alle zusammen auf der Bühne einfinden, kündigt das Porgy auf seiner Homepage an: "Selbstverständlich gibt es einen Mulatschag". (APA)

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