Britischer Geheimdienst wollte Hitler mit düsteren Horoskopen verunsichern

20. Dezember 2004, 13:07
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"Destabilisierende Wirkung" erhofft

London - Der britische Geheimdienst hat während des Zweiten Weltkriegs versucht, Adolf Hitler mit düsteren Horoskopen zu verunsichern. Das geht nach einem Bericht der "Sunday Times" aus jetzt freigegebenen Dokumenten des britischen Staatsarchivs in London hervor. Hitler galt als astrologiegläubig, und sein Propagandaminister Joseph Goebbels holte sogar den Sterndeuter Karl Krafft (1900-1945) als "Hofastrologen" aus der Schweiz nach Berlin.

"Destabilisierende Wirkung"

Das wussten auch die Agenten in London: "Hitler hält sich weiter den Astrologen Krafft und hat Angst davor, vor Beendigung seines Lebenswerks zu sterben", hielt Major Leslie Sheridan von der Einheit für Spezialoperationen im April 1941 fest. Wenn es gelingen würde, in aller Welt pessimistische astrologische Voraussagen für Hitlers Zukunft zu verbreiten, dann werde dies schließlich auch dem deutschen Diktator selbst zu Ohren kommen und eine "destabilisierende Wirkung" haben, hoffte er.

Entsprechend wurde - teils über die Presse - die Vorhersage gestreut, dass Hitler in der zweiten Jahreshälfte einen schweren Rückschlag erleiden und 1942 sterben werde. Doch die Erwartungen erfüllten sich nicht: Der England-Flug des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß wurde in Berlin auch dem Einfluss von Astrologen zugeschrieben, was die Sterndeuterei bei den Nazis diskreditierte. Krafft wurde verhaftet und starb 1945 auf dem Weg ins Konzentrationslager. (APA/dpa)

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