Heute: Miller jagt Girardelli-Rekord

13. Dezember 2004, 15:04
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Das ÖSV-Team will im Sestriere-Abendslalom das Ergebnis von Beaver-Creek wiederholen - Fragezeichen hinter Schönfelder-Start

Sestriere - US-Superstar Bode Miller wandelt am Montagabend auf den Spuren von Marc Girardelli, der bisher als einziger Skifahrer in einem Weltcup-Winter in allen vier Disziplinen gewonnen hat. Sollte der 27-Jährige in Sestriere den "halben" Nachtslalom (15:00 und 18:15 Uhr/live ORF 1) für sich entscheiden, dann würde der Doppelweltmeister von St. Moritz 2003 den Rekord des für Luxemburg startenden Vorarlbergers, der in der Saison 1988/89 in Slalom, Riesentorlauf, Abfahrt und Super G Siege gefeiert hatte, einstellen.

Die größte Gefahr für Miller stellt die ÖSV-Torlauf-Armada dar, die im bisher einzigen Slalom in Beaver Creek mit Sieger Benjamin Raich und Rainer Schönfelder als Drittem einen optimalen Start in die WM-Saison erwischt hat. "Wenn Manfred Pranger im zweiten Lauf nicht einen Fehler gehabt hätte, dann wären sogar Drei in die Top Fünf gefahren", betonte ÖSV-Slalom-Trainer Gert Ehn vor der Anreise nach Sestriere. "Man darf aber nicht unbescheiden werden. Natürlich sind wir sehr zufrieden, wenn wir wieder genauso gut wie in Beaver Creek abschneiden. Die Konkurrenz schläft ja nicht."

Obwohl Abfahrts-Weltmeister Michael Walchhofer diesmal im Slalom pausiert, schöpft der ÖSV bei der Olympia-Generalprobe für Turin 2006 sein volles Zehner-Kontingent aus, da mit Patrick Bechter und Peter Struger zwei ÖSV-Talente eine Chance bekommen. Allerdings steht noch ein Fragezeichen hinter der Teilnahme von Schönfelder, der nach dem Riesentorlauf am Sonntag in Val d'Isere über Knieschmerzen klagte. "Ich will in Sestriere aber unbedingt starten und mir das Rote Trikot des Spezial-Weltcup-Führenden zurückholen", hofft der Kärntner auf ein Antreten im Piemont.

Vorbereitet haben sich Ehns Slalom-Artisten am Freitag und Samstag auf der Reiteralm, wo mit der Sprühbalken-Präparierung eine perfekte Eispiste a la Sestriere in den Schnee gezaubert wurde. Auch Benni Raich, der die Enttäuschung vom Riesentorlauf vergessen machen möchte, hat noch am Samstag auf einer Sprühbalken-Piste in Jerzens trainiert.

Einzig die Lichtverhältnisse in Sestriere konnten vom ÖSV nicht simuliert werden. "Denn um drei Uhr am Nachmittag, an dem der erste Lauf beginnt, ist es ja weder hell noch finster. Da ist das Flutlicht zwar schon aufgedreht, dadurch entsteht aber ein unangenehmes Zwielicht", betonte Ehn, dass es die Teilnehmer wie im Vorjahr in Madonna mit ungewohnten Sichtverhältnissen zu tun bekommen werden.

Neben Raich und Schönfelder, dessen lädierte rechte Kniescheibe noch am Sonntagabend in Sestriere behandelt wurde, rechnet Ehn vor allem mit Pranger, der im Vorjahr in Madonna als bester Österreicher Dritter wurde und - obwohl schon lange überfällig - noch immer auf seinen ersten Weltcup-Sieg wartet.

"Er muss jetzt schauen, dass er mit diesem Druck umgehen kann. Er darf aber trotzdem nichts erzwingen, muss möglichst locker bleiben und schauen, dass er die richtige Mischung aus Risiko und Sicherheit findet", betont Ehn, der mit Ex-Weltmeister Mario Matt, Martin Marinac und Kurt Engl noch drei weitere Stockerlkandidaten hat. (APA)

ÖSV-Slalom-Team für den Weltcup-Nachtslalom in Sestriere (10):

Kilian Albrecht, Patrick Bechter, Kurt Engl, Reinfried Herbst, Martin Marinac, Mario Matt, Manfred Pranger, Benjamin Raich, Rainer Schönfelder (?), Peter Struger

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