Draxler zum Karriereende auf Medaillenkurs

12. Dezember 2004, 17:34
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Als Dritte souverän im 50m-Kraul-Finale - Podoprigora im Finale über 200m Brust - Showdown zwischen Rupprath und Rogan

Wien - Judith Draxler hat sich im Vorkampf zum letzten großen Rennen ihrer erfolgreichen Schwimm-Karriere keine Blöße gegeben. Die 34-jährige Feldbacherin zog am Sonntagvormittag bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in der Wiener Stadthalle in 24,96 Sekunden als Vorlauf-Dritte souverän ins Finale über 50 m Kraul ein. Ex-Europameister Maxim Podoprigora schwamm in seinen favorisierten 200 m Brust als Fünfter ins Finale, war aber dennoch nicht ganz zufrieden.

Draxler musste sich nur den beiden Niederländerinnen Marleen Veldhuis (24,58) und Hinkelien Schreuder (24,83), die am Vortag mit der Lagen-Staffel neuen Weltrekord erzielt hatten, geschlagen geben. "Der Platz könnte so bleiben, nur die Zeit sollte ein wenig besser sein.", schmunzelte Österreichs Dauerbrennerin, die nach 40 Metern das Tempo zurückschraubte. "Im Semifinale sollte ein Rekord möglich sein", zeigte sie sich aber zuversichtlich, am Nachmittag zum sechsten Mal in Folge ins Kraul-Sprint-Finale einer Kurzbahn-EM einzuziehen.

Schon am Vormittag blieb Draxler mit der drittschnellsten Vorlaufzeit nur 15/100 über ihrem ein Jahr alten österreichischen Rekord. "Ich tue mich im Vergleich zu anderen leichter, schon in der Früh schnelle Zeiten zu schwimmen", relativierte sie aber ihre Leistung. Die 17-jährige Birgit Koschischek schwamm in 25,95 als 24. zwar wie erwartet an ihrer vierten Semifinal-Teilnahme vorbei, durfte sich jedoch auch im vierten Bewerb bei ihrer ersten Kurzbahn-EM über eine persönliche Bestleistung freuen.

Maxim Podoprigora zog währenddessen als Fünfter ins Finale über 200 m Brust ein. "Ich bin schon ziemlich am Limit geschwommen", sagte der Europameister von Antwerpen 2001, nachdem er in 2:10,00 Minuten angeschlagen hatte. "Für eine Medaille müssen wahrscheinlich noch zwei Sekunden her. Das wird schwierig." Der 27-jährige Routinier sicherte sich seinen Finalplatz erst auf den letzten 50 Metern, als er das Feld von hinten aufrollte. "Ich habe nie richtig zu meinem Tempo gefunden. Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht traue ich mich noch nicht richtig schnell angehen". Stefan Wipplinger wurde hingegen wegen einer einarmigen Wende bei der 150-Meter-Marke disqualifiziert.

Dominik Koll schwamm über 100 m Kraul in 1:48,38 relativ klar am angepeilten österreichischen Rekord von Markus Rogan (1:47,49) vorbei. "Man hat den Trainingsrückstand vor allem auf den letzten 50 Metern gemerkt", verwies Trainer Helge Gödecke auf kleinere Verletzungen und Krankheiten Kolls in der Vorbereitungsphase. Relativ besser erging es Lukas Ostermaier und Sebastian Stoss. Beide erzielten im gleichen Vorlauf in 1:51,10 bzw. 1:51,84 neue persönliche Bestzeiten. Wenig Freude hatte Petra Zahrl hingegen mit ihrem enttäuschenden 27. Platz (2:03,43) über 200 m Kraul der Damen.

Der frisch gebackene 50-m-Rücken-Weltrekordler Thomas Rupprath verzichtete währenddessen auf einen Start über 50 m Delfin, wo der vor dem Finaltag mit drei Goldmedaillen erfolgreichste EM-Athlet ebenfalls als Favorit gehandelt worden war. Der Deutsche wollte sich am Schlusstag zu 100 Prozent auf das "Gigantenduell" mit dem österreichischen Lokalmatador und Doppel-Europameister Rogan über 100 m Rücken konzentrieren. (APA)

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    Judith Draxler auf ihren vorletzten Groß-Wettkampf-Metern ...

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