Verlängerung des Irak-Einsatzes schadet Koizumi

13. Dezember 2004, 19:01
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Japanischer Premier in Wählergunst deutlich gesunken - 62 Prozent missbilligen Entscheidung

Tokio - Die Entscheidung zur Verlängerung des Mandats für die japanischen Truppen im Irak hat den Ministerpräsidenten Japans, Junichiro Koizumi, in der Wählergunst deutlich sinken lassen.

Einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage der Zeitung "Mainichi Shimbun" zufolge unterstützen nur noch 37 Prozent der japanischen Wähler den Regierungschef. Bei einer ähnlichen Umfrage im November waren noch 45 Prozent für Koizumi. Er sank damit in der Wählergunst erstmals seit seinem Machtantritt 2001 unter 40 Prozent. Damals wurde er noch von mehr als 80 Prozent der Japaner unterstützt.

62 Prozent missbilligen Einsatzverlängerung

Bei der Umfrage gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie eine Verlängerung des Irak-Einsatzes der Armee missbilligen. 84 Prozent sagten, Koizumi habe die Kabinettsentscheidung zu der Mandatsverlängerung um ein Jahr nicht überzeugend begründet.

Koizumi, ein enger Verbündeter von US-Präsident George W. Bush, hatte erklärt, dass der Irak-Einsatz im Interesse Japans sei. "Entwicklung und Wohlstand Japans können nur erreicht werden, wenn es Frieden und Stabilität in der Welt gibt", sagte er am Donnerstag. "Daher ist diese Aufgabe im nationalen Interesse Japans."

Rund 550 japanische Soldaten sind in Samawa im Südirak stationiert. Sie beteiligen sich am Wiederaufbau des Landes und an humanitären Aktionen. (APA/Reuters)

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