54 Journalisten seit Jahresbeginn in Russland getötet

12. Dezember 2004, 19:07
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Medienvertreter zunehmen durch Kriminalität sowie politische und rechtliche Verfolgung bedroht

2004 sind in Russland so viele Journalisten getötet worden wie seit zehn Jahren nicht mehr. Seit Jänner seien 54 Medienvertreter gewaltsam ums Leben gekommen, sagte Oleg Panfilow, Direktor des Zentrums für Extremjournalismus, am Samstag dem Radiosender Echo Moskau. Normalerweise würden jährlich "20 bis 22" Morde an Journalisten begangen, die meisten hingen nicht mit journalistischen Aktivitäten zusammen.

Durchschnittlich gebe es 150 bis 160 Fälle von Angriffen gegen Medienvertreter, davon stehe die Hälfte in Zusammenhang mit ihrer Arbeit. Prinzipiell würden die Rechte der Journalisten aber vor allem durch eine zunehmende politische und rechtliche Verfolgung bedroht, sagte Panfilow. So sei seit Ende 2002 die Zahl der Gerichtsprozesse gegen Medienvertreter deutlich gestiegen.

Im Juli hatte der Mord an dem US-Journalisten und Chefredakteur des russischen "Forbes"-Magazins, Paul Chlebnikow, für Aufsehen gesorgt. Der 41-Jährige hatte in der Vergangenheit wiederholt den russischen Finanzmagnaten Boris Beresowki angegriffen und ein Enthüllungsbuch über ihn unter dem Titel "Der Pate des Kreml" veröffentlicht. Auch die in seinem Blatt veröffentlichte Liste der 100 reichsten Russen hatte den Unmut der Betroffenen auf sich gezogen. (APA)

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