Ukrainische Staatsanwälte ermitteln nun erneut im Vergiftungs-Fall

12. Dezember 2004, 18:31
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Russischer Toxikologe bezweifelt Angaben zu Vergiftung

Kiew/Moskau - Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat Medienberichten zufolge ihre Ermittlungen wegen eines möglichen Anschlagsversuchs gegen Viktor Juschtschenko wieder aufgerollt. Die Akten seien wieder geöffnet worden, nachdem die Ärzte des Oppositionsführers von einer Dioxinvergiftung gesprochen hatten, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Samstag unter Berufung auf Quellen in der Staatsanwaltschaft. Diese war am Abend für eine unabhängige Bestätigung nicht mehr zu erreichen.

Untersuchung nach einem Monat eingestellt

Am 21. September hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet, weil Juschtschenko angegeben hatte, Opfer eines Mordkomplotts geworden zu sein. Ein Monat später wurden die Untersuchungen jedoch eingestellt.

Ein russischer Toxikologe bezweifelt unterdessen die Diagnose der österreichischen Ärzte Juschtschenkos, die eine Dioxinvergiftung festgestellt hatten. Dioxin habe keinen unmittelbaren Effekt, die Vergiftung entwickle sich vielmehr über Jahre und Jahrzehnte, sagte Juri Ostapenko vom russischen Gesundheitsministerium gegenüber dem Radiosender "Echo Moskau". Der Kreml hatte im Wahlkampf offen Juschtschenkos Rivalen Viktor Janukowitsch unterstützt. (APA)

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