Top-Ökonomen kritisieren Opel-Sanierungsplan

23. Dezember 2004, 19:45
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"Beschäftigungsgesellschaften verschleiern Arbeitsplatzabbau"

Hamburg - Bei führenden Ökonomen stößt das Vorhaben des Autoherstellers Opel, mehr als 6000 Beschäftigte in so genannten Beschäftigungsgesellschaften unterzubringen, auf Kritik. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, bewertet der Mannheimer Wirtschaftswissenschaftler Wolfgang Franz das Vorhaben "eher als reine Verschleierungsmaßnahme, mit der Unternehmen und Gewerkschaft den verabredeten Personalabbau bemänteln wollen".

Den Beschäftigten bringe das Konzept zwar finanzielle Vorteile, ob es ihnen aber auch helfe, rascher wieder eine reguläre Stelle zu finden, sei "mehr als zweifelhaft". Franz, der Mitglied des Sachverständigenrats der deutschen Regierung ist, verweist auf die ernüchternden Erfahrungen mit Beschäftigungsgesellschaften in Ostdeutschland. Dort hätten sich die Jobchancen von Arbeitslosen vielfach sogar verschlechtert.

Der Kölner Ökonom Johann Eekhoff kritisiert das geplante Sanierungskonzept laut "Spiegel" als "eklatante Ungleichbehandlung". Beschäftigungsgesellschaften wie bei Opel seien "in dieser Form ausschließlich in Großbetrieben möglich". Finanziert würden sie aber von der Bundesagentur für Arbeit "und damit von allen Beitragszahlern, vor allem solchen aus kleinen und mittleren Unternehmen". (APA)

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