Ermittlungen gegen DaimlerChrysler wegen illegalen Millionengeschäfts

29. Dezember 2004, 10:39
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Lastwagen via Saudiarabien in den Iran verschoben - Umrüstung für kriegerische Zwecke möglich

München - Wegen des Verdachts eines illegalen Millionengeschäfts mit Lkws für den Iran laufen einem "Focus"-Bericht zufolge Ermittlungen gegen DaimlerChrysler. Zollfahnder hätten mehrere Büroräume des Automobilkonzerns in Stuttgart und Wörth durchsucht, berichtete das Münchner Nachrichtenmagazin am Samstag vorab. 453 Lastwagen, die offiziell nach Saudiarabien verkauft worden seien, sollen demnach in den Iran verschoben worden sein. Dort könnten die Lastwagen nach Ansicht von Militärexperten für kriegerische Zwecke umgerüstet werden.

Die Stuttgarter Staatsanwältin Tomke Beddies bestätigte dem Blatt, dass gegen "namentlich nicht bekannte Verantwortliche der Firma DaimlerChrysler" ermittelt werde. Sie stehen laut Beddies im Verdacht des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Die Ermittlung gegen die Hintermänner des illegalen Lkw-Geschäfts wurde dem Magazin zufolge durch eine Selbstanzeige des Konzerns im Februar 2004 ausgelöst. Dies habe schließlich zu der Razzia am 30. November in der Stuttgarter Zentrale sowie im Lkw-Werk in Wörth (Rheinland-Pfalz) geführt. (APA/AP/dpa)

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