OPEC will Zweifel an Entschlossenheit zu Kürzungen zerstreuen

25. Dezember 2004, 18:42
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Ölminister Ali al-Naimi: Saudiarabien hat Förderung bereits gesenkt

Kairo - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat sich am Samstag bemüht, Zweifel an ihrer Entschlossenheit zur Drosselung der Förderquoten zu zerstreuen. Am Freitag waren die Ölpreise um vier Prozent gefallen. "Keine Panik", sagte der Ölminister Saudiarabiens, Ali al-Naimi. "Ich sage ihnen, am Montag steigen sie." Saudiarabien habe seine Förderung bereits um 500.000 Barrel pro Tag - fünf Prozent der gegenwärtigen Produktion - gesenkt.

Auch der algerische Energieminister Chakib Khelil sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die Kürzungen würden umgesetzt. "Der Markt muss Taten sehen, und es wird Taten geben."

Sondertreffen

Die Minister des Kartells hatten sich am Freitag bei einem Treffen in Kairo geeinigt, die über die offizielle Quote hinaus insgesamt geförderten rund eine Million Barrel zurückzufahren. Die OPEC vereinbarte zudem ein Sondertreffen in Wien für den 30. Jänner, um über eine weitere Senkung der Fördermenge unter die offizielle Quote von 27 Millionen Barrel täglich zu beraten.

Händler zeigten sich jedoch skeptisch, dass Staaten wie Nigeria, Algerien und Libyen die Entschlossenheit Saudiarabiens teilen würden. "Die Märkte wollen offenbar die Bereitschaft der OPEC testen, den Korbpreis von 33 Dollar zu verteidigen", sagte Jan Stuart von Fimat. "Und Versprechen, die 'Überproduktion' zu kürzen, werden sie vielleicht nicht davon abhalten."

Seit ihren historischen Höchstständen Ende Oktober sind die Ölpreise mittlerweile um 15 Dollar je Barrel (159 Liter) oder fast 27 Prozent gesunken. Allerdings sind sie damit noch immer um etwa 30 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Wegen der starken Nachfrage vor allem aus den USA und China hatte die OPEC Quotenüberschreitungen zugelassen. Das Kartell förderte deshalb so viel Öl wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die OPEC fürchtet, dass sich angesichts eines Überangebotes auf dem Markt nun Lagerbestände aufbauen könnten, die dann zu einem Preisverfall führen könnten. (APA/Reuters)

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