Rogan bärenstark in die Finali

12. Dezember 2004, 17:34
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Fantastischer OSV-Rekord des Doppel-Europameisters über 100 m Lagen und souverän über 100 m Rücken - Auch Jukic beeindruckte

Wien - Doppel-Europameister Markus Rogan schwimmt bei der Kurzbahn-EM in der Wiener Stadthalle einfach unglaublich. Der "Goldene" über 200 m Rücken und Lagen zog am Samstag innerhalb von nur 20 Minuten souverän in die Endläufe über 100 m Lagen und Rücken ein. Im Lagen-Semifinale markierte der 22-Jährige zudem mit 53,81 Sekunden einen neuen OSV-Rekord. Auch Mirna Jukic überzeugte, in 1:07,36 wurde sie im Semifinale über 100 m Brust Zweite. Zudem erreichte Fabienne Nadarajah den Endlauf über 100 m Delfin.

Podoprigora sicher im 200 m Brust-Finale

Ex-Europarekordler Maxim Podoprigora hat am Sonntag in 2:10:00 Minuten als Fünfter sicher das Finale über 200 m Brust am Nachmittag erreicht. Als Drittschnellste in sehr guten 24,96 Sekunden zog Judith Draxler in ihrem letzten Karriere-Bewerb in das Semifinale im Kraul-Sprint ein. Persönliche Bestzeiten schwammen Birgit Koschischek (50 m Kraul/25,95), Lukas Ostermaier (1:51,10) und Sebastian Stoß (1:51,84/jeweils 200 m Kraul). Das Trio schied aber aus.

Rogan zum Rekord getrieben

Rogan lieferte sich über 100 m Lagen einen Dreikampf mit dem Deutschen Oliver Wenzel und dem Ukrainer Sergej Sergejew und wurde von dem Duo zu einer Verbesserung seiner erst am Vormittag aufgestellten Bestleistung um gleich 1,01 Sekunden getrieben. Der noch unrasierte slowenische Favorit Peter Mankoc wurde mit 51/100 Rückstand Gesamt-Vierter. Nach der kurzen Pause gewann der OSV-Star auch seinen Rücken-Semifinallauf, in 52,38 musste er sich gesamt nur dem Deutschen Thomas Rupprath (51,06) geschlagen geben.

Der Europarekordler auf dieser Strecke machte aber einen fast übermächtigen Eindruck. Rogan während des Live-Studiums von Ruppraths Lauf: "Na ja, na ja! Der Ruppi ist schon saustark!" Seinen noch am Vormittag in Erwägung gefassten Entschluss, eventuell auf eines der beiden nur eine halbe Stunde auseinander liegenden Sonntag-Finali zu verzichten, verwarf er nach getaner Semifinal-Arbeit. "Ich werde beides schwimmen. Ich glaub', ich würd' es mir ewig vorwerfen, wenn ich es nicht probieren würd'."

Jukic mit Medaillenchancen

Damit kommt es am Finaltag wohl zu einer mitreißenden letzten Session, vermutlich vor vollem Haus. Bei den Samstag-Entscheidungen war die Halle besser besucht als an den beiden Vortagen, mehr als 3.000 Fans feuerten auch Jukic an. Die 18-Jährige musste in ihrem Lauf zwar die deutsche Titelverteidigerin Sarah Poewe (1:06,14) klar ziehen lassen, darf sich aber berechtigte Medaillen-Chancen machen. "Gold scheint ja an Sarah vergeben. Aber alle anderen schwimmen um die anderen beiden Medaillen", meinte Jukic.

Die Wienerin dürfte jedenfalls noch Reserven haben. "Als ich die schwächeren Zeiten im ersten Heat gesehen hab', hab' ich mir gedacht, irgendwie wirst du dich schon qualifizieren. Wegen einer Medaille mach' ich mir keinen Druck." Auch Nadarajah kann ihren Endlauf locker angehen, sie hat keine realistische Chance auf Edelmetall. Doch die "Bronzene" im Delfin-Sprint ließ sich aus dem Sonntag-Vorlauf über 50 m Kraul streichen, um für die doppelte Distanz ihre letzten Reserven mobilisieren zu können.

Zweites Finale für Nadarajah

In 59,75 war die SV-Schwechat-Athletin zwar um 1,43 Sekunden schneller als im Vorlauf, das reichte als Achte aber nur gerade noch zum Weiterkommen. So wie am Vormittag, als sie bloß als Letzte noch weiter kam. "Die Hauptspannung ist nach den 50 m Delfin schon weg. Aber ich hoffe, doch einen Rekord zu schaffen." Der gehört ihr und steht auf 59,24. "Ich werde das Finale noch schneller angehen müssen", legte sich Nadarajah ein Konzept zurecht.

Birgit Koschischek wurde über 100 m Delfin 15., in 1:00,61 stellte sie abermals eine persönliche Bestzeit auf. "Das war mein drittes Semifinale hier und wieder mit Bestzeit. Ich bin wirklich sehr zufrieden." Am Schlusstag bestreitet die 17-Jährige den Kraul-Sprint, ihr Ziel ist eine weitere Bestleistung. (APA)

Halbfinali am Sonntag:

Herren:

  • 50 m Delfin (Top 16 im Semifinale/16:37 Uhr): 1. Alexei Puninski (CRO) 23,56 Sek. - 2. Jere Hard (FIN) 23,58 - 3. Frederick Bousquet (FRA) 23,66

  • 200 m Brust (Top Acht im Finale/16:52): 1. Grigory Falko (RUS) 2:08,57 Min. - 2. Roman Sludnow (RUS) 2:08,60 - 3. Paolo Bossini (ITA) 2:09,57 - 4. Igor Borysik (UKR) 2:09,87 - 5. Maxim Podoprigora (AUT) 2:10,00 - 6. Slawomir Kuczko (POL) 2:10,47 - 7. Martin Gustafsson (SWE) 2:10,61 - 8. Walerij Dymo (UKR) 2:10,84 - weiter (disqualifiziert/einhändige Wende bei 150 m): Stefan Wipplinger (AUT)

  • 200 m Kraul (Top Acht im Finale/17:34): 1. Filippo Magnini (ITA) 1:45,81 - 2. Massimiliano Rosolino (ITA) 1:45,85 - 3. Saulius Binevicius (LIT) 1:45,97 - weiter: 21. Dominik Koll (AUT) 1:48,38 - 44. Lukas Ostermaier (AUT) 1:51,10 (persönliche Bestzeit) - 48. Sebastian Stoss (AUT) 1:51,84 (persönliche Bestzeit)

    Damen:

  • 50 m Kraul (Top 16 im Semifinale/16:30): 1. Marleen Veldhuis (NED) 24,58 - 2. Hinkelien Schreuder (NED) 24,83 - 3. Judith Draxler (AUT) 24,96 - weiter: 24. Birgit Koschischek (AUT) 25,95 (persönliche Bestzeit) - Fabienne Nadarajah (AUT) nicht am Start

  • 400 m Lagen (Top Acht im Finale/16:44): 1. Eva Risztov (HUN) 4:33,94 - 2. Teresa Rohmann (GER) 4:37,84 - 3. Katinka Hosszu (HUN) 4:41,37

  • 200 m Kraul (Top Acht im Finale/16:58): 1. Melanie Marshall (GBR) 1;56,99 - 2. Josefin Lillhage (SWE) 1:58,12 - 3. Petra Dallmann (GER) 1:58,77 - weiter: 27. Petra Zahrl (AUT) 2:03,43

    Halbfinali am Samstag:

    Herren:

  • 100 m Lagen (Sonntag, 17:14): 1. Markus Rogan (AUT) 53,81 (ÖR) - 2. Oliver Wenzel (GER) 54,19 - 3. Sergej Sergejew (UKR) 54,22 - 4. Peter Mankoc (SLO) 54,32 - 5. Johannes Dietrich (GER) 54,69 - 6. Vytautas Janusaitis (LIT) 54,78 - 7. Alexej Zazepin (RUS) 55,01 - 8. Antoine Galavtine (FRA) 55,03

    Damen:

  • 100 m Brust (Sonntag, 17:24): 1. Sarah Poewe (GER) 1:06,14 - 2. Mirna Jukic (AUT) 1:07,36 - 3. Simone Weiler (GER) 1:07,56 - 4. Kate Haywood (GBR) 1:08,30 - 5. Jelena Bogomazowa (RUS) 1:08,32 - 6. Smiljana Marinovic (CRO) 1:08,55 - 7. Lorna Tonks (GBR) 1:08,83 - 8. Katarzyna Dulian (POL) 1:08,95

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Markus Rogan mit OSV-Rekord ins Lagen-Finale.

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