Freispruch für früheren SS-Offizier

13. Dezember 2004, 15:06
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Langer soll 1944 Ermordung von 60 Zivilisten befohlen haben

Rom - Im Prozess um ein Massaker an 60 Zivilisten in einem Kloster in der Toskana vor knapp 60 Jahren hat ein Militärgericht in der norditalienischen Stadt La Spezia am Freitagabend den angeklagten früheren SS-Offizier Hermann Langer freigesprochen. Die Militärstaatsanwälte hatten lebenslängliche Haft für den Angeklagten gefordert, gegen den seit dem 8. Juli in Abwesenheit verhandelt wurde. Der 85-jährige Langer ist der letzte noch lebende Offizier aus der Einheit, die den Massenmord verübt hatte.

Exekution von 60 Menschen

Er war angeklagt, Anfang September 1944 eine Razzia im Kloster Farneta bei Lucca befehligt zu haben, in dem die Mönche Flüchtlinge versteckt hielten, unter ihnen zahlreiche Juden. Lange soll anschließend die Exekution von 60 Menschen befohlen haben. Die Stadt Lucca wurde wenig später von den Alliierten befreit.

Die italienische Justiz hatte das Verfahren aufgenommen, nachdem sie im Zuge des Prozesses gegen den 1998 zu lebenslanger Haft verurteilten NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke auf Unterlagen zu fast 2300 Verbrechen gestoßen war, die von Nazis und Faschisten während des Zweiten Weltkriegs verübt worden waren. Ein im vergangenen Jahr eingesetzter Parlamentsausschuss untersucht, warum die Beweise ein halbes Jahrhundert verschollen waren. (APA)

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