Pröll: Strasser ist kein Opfer von internen Konflikten

13. Dezember 2004, 18:44
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"Ein Starker lässt sich zwischen zwei Starken nicht zerreiben"

Wien - Der zurückgetretene Innenminister Ernst Strasser (V) ist nach den Worten des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (V) kein Opfer von internen Machtkonflikten der Volkspartei geworden. Im Radio-Morgenjournal des ORF am Samstag sagte Pröll, angesprochen auf Spannungen zwischen ihm und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V): "Glauben Sie mir, wenn es irgendwo Konfliktzonen zwischen mir und irgendeinem anderen politischen Verantwortungsträger gibt, sind wir innerhalb der ÖVP gewohnt, direkt und persönlich das auszutragen. Da brauchen wir keinen Zwischenträger".

Also ist Strasser nicht das Opfer zweier starker Männer in der ÖVP geworden? - Pröll: "Nein, ganz sicher nicht. Ein Starker lässt sich zwischen zwei Starken nicht zerreiben".

Er werde jedenfalls in der Nachfolgefrage für Strasser "keine Frage der Machtbalance" sei, sondern es darum gehe, mit welcher Konstellation und mit welcher Person die Sicherheitsagenden am umsichtigsten wahrgenommen werden könnten. Ob er dabei nicht ein Wörtchen mitzureden habe? - Pröll: "Ja. Man sollte das nicht überbewerten, aber auch nicht unterbewerten. Dass der Landeshauptmann von Niederösterreich aufgrund der Positionierung der Regierungspartei in Niederösterreich eine bestimmte Rolle wahrzunehmen hat, ist das natürlichste auf der Welt. Aber bitte das nicht zu interpretieren als Sache, die machtpolitisch motiviert ist, das ist in erster Linie motiviert durch vernünftige Interessen in der Regierungsarbeit". (APA)

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