Ein Senioren-PC namens Kolibri

19. Dezember 2004, 13:31
30 Postings

Die Geräte laufen völlig wartungsfrei, Abstürze gibt es nicht - Verständliche Software, Touchscreen-Technologie

"Einfach für jeden - für jeden einfach", lautet das Motto von Plejaden Communications, einem im oberösterreichischen Gmunden ansässigen Unternehmen, dessen Ausgangspunkt es war, einen Spezialcomputer für Menschen ohne Vorkenntnisse herzustellen. Da Einfachheit in einer Welt, in der sich viele gern mit Hightech umgeben, gar nicht unbedingt so nachgefragt wird, ist ein Gerät für eine Zielgruppe herausgekommen, die von sich aus in der Regel "damit" überhaupt nicht mehr anfangen will: hochbetagte Senioren.

Für Bewohner von Seniorenheimen und vergleichbaren Einrichtungen

Der Name Plejaden kommt aus dem Griechischen und bezeichnet ein Siebengestirn im Sternbild Stier - und sieben Personen waren es, die im Mai 2001 das Unternehmen gründeten, berichtet Geschäftsführer Jochen Eder dem STANDARD. Mittlerweile zählt Plejaden zwölf Mitarbeiter, die spezielle Computer und Software für Bewohner von Seniorenheimen und vergleichbaren Einrichtungen, aber auch für den ergotherapeutischen Einsatz in Krankenhäusern und Rehabilitationszentren entwickeln.

"Pinguin" und "Kolibri"

"Pinguin" und "Kolibri" heißen die beiden Computermodelle, die in Österreich, Deutschland und der Schweiz bereits von einer knapp 4000 Kopf zählenden "Fangemeinde" benutzt werden. Während der Pinguin ein "Standgerät" ist, verkörpert der Kolibri die mobile Variante.

Touchscreen

"Die Arbeit mit einer Maus an einem herkömmlichen Computer ist aufgrund der körperlichen Ressourcen seiner Nutzer in den meisten Fällen nicht möglich", so Eder. "Um die Bedienung möglichst einfach zu gestalten, verwenden wir die Touchscreen-Technologie, das heißt die Computer können über die Berührung des Bildschirms mit dem Finger bedient werden."

Keine Abstürze

Die Geräte wurden so entwickelt, dass sie völlig wartungsfrei laufen. Abstürze, die man sonst von PC-Systemen kennt, seien quasi ausgeschlossen, da der Pinguin immer alle Informationen aus dem Internet holt und keine Daten auf der Festplatte speichert.

"Weniger ist mehr"

"Weniger ist mehr", heißt es auch bei der Software. "Unsere Benutzer sind mit Standardsoftware überfordert. Darum haben wir unsere Software auf das Wesentlichste reduziert", berichtet Eder. Im Mittelpunkt der Lösungen steht die Integration: in das soziale Umfeld, in die Familie, in den alten Freundeskreis. Es können damit etwa einfache Briefe geschrieben und versendet, im persönlichen Fotoalbum geblättert oder unterhaltsame und das Gedächtnis und die Motorik anregende Spiele gespielt werden. Die Software wird gemeinsam mit Gerontoexperten und Alzheimerspezialisten erarbeitet.

Für den Pinguin entrichten die ihn nutzenden Einrichtungen eine Jahreslizenzgebühr. Der Kolibri kann auf Wunsch zum Preis von 2400 Euro brutto gekauft werden. (Der Standard Printausgabe, 12/13 Dezember, Karin Tzschentke)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Computer für Senioren in Seniorenheimen: Das Modell Kolibri Caption.

Share if you care.