Haider: "Ich wäre sowieso der Beste"

17. Dezember 2004, 20:38
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"Aber ich bin an Kärnten gebunden" - Landeshauptmann wünscht sich daher Scheuch im Innenressort - Scheuch: Bin nicht der richtige Kandidat

Wien - Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) wünscht sich nach dem Rücktritt von Ernst Strasser (V) FPÖ-Generalsekretär Uwe Scheuch als neuen Innenminister. Im "profil" trat Haider auch dafür ein, die Ressortagenden neu aufzuteilen.

Auf die Frage, ob er nicht selbst Ambitionen auf das Amt des Innenministers habe, sagt Haider: "Ich wäre sowieso der Beste. Aber ich bin an Kärnten gebunden. Da müsste Wolfgang Schüssel schon ein dringendes Gesuch an mich richten."

Über den Rücktritt von Innenminister Ernst Strasser ist Haider erfreut: "Was Strasser heuer in der Asylpolitik aufgeführt hat, war nicht mehr erträglich - ein Softie, der sich plötzlich um 180 Grad dreht." Wie die Personalvertretungswahlen bewiesen hätten, habe Strasser das Vertrauen seiner eigenen Mitarbeiter verloren. Der Kärntner Landeshauptmann: "Dagegen war ja sogar Caspar Einem ein Sonnyboy für die Exekutive." Der "Herz-Jesu-Politiker" Strasser werde nun seine Sünden zu beichten haben, weil er gemeinsam mit der Caritas Drogendealer geschützt habe. "Wegen Strasser haben wir 10.000 Scheinasylanten mehr in unserem Versorgungssystem", wiederholte Haider seine bereits mehrfach gemachten Bewertungen des Ex-Innenministers.

Scheuch: Bin nicht der richtige Kandidat

FPÖ-Generalsekretär Uwe Scheuch schließt für sich die Möglichkeit aus, Nachfolger des zurückgetrenen Innenministers Ernst Strasser (V) zu werden. "Ich bin sicherlich nicht der richtige Kandidat", so Scheuch auf Anfrage der APA. Es gebe aber genügend Freiheitliche, die für die Übernahme des Innenministeriums bereit seien.

Darauf angesprochen, dass möglicherweise FPÖ-Klubobmann Herbert Scheibner in die Regierung zurückkehren könnte, was natürlich bedeuten würde, dass die Freiheitlichen eines ihrer Ressorts an die ÖVP abgeben müssten, sagte Scheuch, man sollte "nicht unbedingt Posten verteilen, die nicht vergeben sind. Wir haben eine Ressortaufteilung und wir haben angemeldet, das Innenministerium zu übernehmen. Wenn die ÖVP signalisiert, darüber nachzudenken, wie man das macht, werden wir diskutieren. Scheibner ist sicher eine der führenden Persönlichkeiten in der FPÖ, die in der Lage sind, jedes ihm zugedachte Ressort zu übernehmen".

Welches Ressort - für den Fall, dass Scheibner beispielsweise wieder das Verteidigungsressort übernehmen sollte, falls Günther Platter (V) Innenminister bleibe - die Freiheitlichen abgeben würden, wollte Scheuch nicht sagen. "Es sind ja auch andere Varianten denkbar. Aufgrund der vielfältigen Aufgaben des Innenministeriums kann man auch über einen zusätzlichen Staatssekretär nachdenken". Befragt, ob dies ein FPÖ-Staatssekretär unter einem ÖVP-Minister oder umgekehrt denkbar wäre, sagte Scheuch, beides sei möglich.

Über den Wunsch des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F), er, Scheuch, sollte das Innenressort übernehmen, zeigte sich der FPÖ-Generalsekretär zwar erfreut, doch wolle er weiterhin in seiner Funktion, die er vor nicht allzu lange Zeit übernommen habe, weiter arbeiten. Und darauf angesprochen, dass der Wiener FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sich berufen fühlt, neuer Innenminister werden zu wollen, meinte Scheuch: "Ich habe gelernt, dass es äußerst unklug ist, irgendwelche Namen für Funktionen vorweg zu nennen". (APA)

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    Haider wäre nach eigener Meinung "sowieso der Beste" für die Strasser-Nachfolge

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