Polen: Gleichstellungsbeauftragte bleibt im Amt

17. Dezember 2004, 19:51
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Magdalena Sroda hatte Katholizismus indirekt für Gewalt gegen Frauen verantwortlich gemacht

Warschau - Der polnische Ministerpräsident Marek Belka will seine Gleichstellungsbeauftragte Magdalena Sroda trotz scharfer Kritik von Seiten konservativer und kirchlicher Gegner im Amt belassen. Er verwarnte sie in einem Gespräch am Montag jedoch wegen ihrer Äußerungen auf einer internationalen Konferenz in Stockholm, teilte ein Regierungssprecher in Warschau mit.

Bei der Konferenz hatte Sroda in der vergangenen Woche einen Zusammenhang zwischen dem polnischen Katholizismus und der Gewalt gegen Frauen hergestellt. Konservative Parteien hatten daraufhin die Entlassung der Beauftragten gefordert.

Magdalena Sroda ist seit vier Monaten im Amt. Die Philosophin, die an der Universität Warschau lehrt, hatte sich zur Aufgabe gemacht, gegen "Stereotypen bei der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau" zu kämpfen. "Frauen haben in Polen die gleichen Rechte, aber nicht die gleichen Möglichkeiten wie Männer", hatte sie damals in einem Interview gesagt. Sie hatte sich zudem dafür ausgesprochen, homosexuellen Lebensgemeinschaften einen rechtlichen Status einzuräumen und die Abtreibung aus Gründen der sozialen Lage zu erlauben. (APA)

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