Analyst: Siemens-Offert "schon fair", Markt will aber mehr

10. Dezember 2004, 16:07
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Wenn Aktienkurs hartnäckig über Angebotspreis liegt, wird Siemens wohl nachbessern - Ob Siemens "genug Material bekommt, ist schwer zu sagen"

Wien - Für Jens Zimmerman, Analyst der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), ist das von Siemens nunmehr offiziell gelegte Übernahmeangebot für die börsenotierte VA Tech zwar "schon fair". Wenn sich der Aktienkurs aber weiter hartnäckig über den gebotenen 55 Euro halten sollte, "werden sie wohl nachbessern", lautet die Einschätzung des Börsenexperten.

An der Wiener Börse notierte die VA Tech-Aktie am Freitag gegen 14 Uhr mit 58,10 Euro zwar um 0,5 Prozent schwächer, aber noch immer - und zwar um rund 5 Prozent - über dem Angebotspreis von 55 Euro.

Die Erwartungshaltung des Marktes sei ziemlich deutlich. "Teile der Investoren hoffen, dass da noch nachgelegt wird", sagte RCB-Analystin Claudia Vince-Bsteh. Ob Siemens tatsächlich zu 55 Euro pro Aktie "genug Material bekommt, ist schwer zu sagen", so die Expertin.

Siemens braucht den "Free-Float"

Um auf mehr als 50 Prozent zu kommen, braucht Siemens Aktien aus dem Free-Float (58,43 Prozent). Nur mit den Anteilen aus dem Besitz der Großaktionäre ÖIAG, Goldman Sachs und Fidelity - zusammen rund 25,2 Prozent - wird diese Latte nicht übersprungen.

Siemens selbst hält am Linzer Technologiekonzern VA Tech seit November 16,45 Prozent, nachdem der bis dahin größte VA Tech-Aktionär Mirko Kovats und dessen Partner ausgekauft wurden. Als Gesamtfinanzierungsvolumen für den Erwerb der "restlichen" 83,55 Prozent hat Siemens - auf Basis des gebotenen Preises von 55 Euro je Aktie - heute rund 705 Mio. Euro genannt. (APA)

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