Tischtennis: Schlager in Peking nach Abwehr von Matchbällen weiter

11. Dezember 2004, 16:05
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Siebensatz-Sieg gegen Kong Linghui in Neuauflage des WM-Halbfinales; nun gegen Weltranglisten-Ersten Wang Hao

Peking - Werner Schlager hat zum Auftakt des Finalturniers der Tischtennis-Pro-Tour in Peking sein bestes Tischtennis gezeigt und mit einem Erfolg über den Chinesen Kong Linghui Freund und Feind beeindruckt. Der Weltmeister gewann in einer Neuauflage des ebenso spannenden WM-Halbfinales 2003 in Paris nach Abwehr von zwei Matchbällen im Entscheidungssatz mit 4:3 (9,-7,-4,-10,5,4,12). Viertelfinal-Gegner des Niederösterreichers ist der neue Weltranglisten-Erste Wang Hao (4:2 gegen Kalinikos Kreanga/GRE).

Das Match war an Spannung kaum zu überbieten. Wie bei der WM geriet Schlager gegen den Olympiasieger von Sydney 1:3 in Rückstand, wurde danach aber seinem Ruf als "Chinesen-Schreck" einmal mehr gerecht. Im Entscheidungssatz führte Schlager 4:2 und 8:6, ehe Kong auf 9:9 ausglich und zwei Matchbälle vorfand. Doch der ÖTTV-Star wehrte bei 9:10 den ersten mit einem kontrollierten Vorhand-Topspin ebenso ab wie den zweiten bei 10:11. Da hatten die Zuschauer bereits mit dem Punkt für Kong gerechnet, doch der Österreicher konterte den Vorhand-Schlag in unnachahmlicher Art.

Danach erarbeitete sich der mental starke Schlager selbst die Chance von Matchbällen und machte es besser als sein Gegenüber. Er verwertete den zweiten und hatte damit einen weiteren Prestige-Erfolg erreicht. In den Duellen mit Kong stellte Schlager auf 4:3. Coach Ferenc Karsai hatte ihm wie so oft die richtige Taktik vermittelt. "Im ersten Teil des Spiels war er mit der Rückhand zu konservativ, ich habe ihm geraten, näher an der Platte zu stehen und das Match von der Rückhand schneller zu machen", erklärte Karsai. So hatte Kong bei Richtungswechseln kaum Zeit zu reagieren.

Im Viertelfinale wartet nun ein weiterer Gegner aus dem Veranstalterland, der Olympia-Zweite Wang. Sollte Schlager als aktueller Neunter die Nummer eins der Welt besiegen, dann würde im Halbfinale ein weiterer Chinese warten, Chen Qi oder Wang Liqin. (APA)

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