Bayern: Polizei gibt Suche nach Motiv des Briefbombenbauers auf

11. Dezember 2004, 17:04
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Zwei Wochen nach Selbstmord des Täters keine weiteren Hinweise

München - Zwei Wochen nach dem Selbstmord des Briefbomben-Attentäters aus Bayern schließt die Polizei die Ermittlungen ab und gibt damit die Suche nach dem Tat-Motiv des 22-Jährigen auf. "Einige Hintergründe können wohl nicht mehr aufgehellt werden", teilte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Freitag in München weiter mit. Insbesondere das Motiv des jugendlichen Täters aus Hutthurm in der Nähe Passaus werde sich nicht mehr klären lassen. Hinweise auf Mittäter oder Mitwisser gebe es nicht.

Der Arbeitslose hatte in den vergangenen Monaten bayernweit neun Briefbomben an regionale Amtsträger oder Politiker sowie an das polnische Generalkonsulat in München verschickt. Nach Angaben der Polizei suchte er sich seine Opfer offenbar wahllos und ohne System aus. Die meisten der Sprengsätze waren rechtzeitig entdeckt und entschärft worden. In einem Fall war eine Briefbombe explodiert. Eine Frau wurde durch die Flammen leicht verletzt.

Über genetische Spuren auf den Briefen und Beweisstücke bei einem Einbruch vor gut zwei Jahren in Hutthurm waren die Ermittler dem Täter auf die Spur gekommen und hatten in der Gemeinde nahe der Grenze zu Österreich eine DNA-Reihenuntersuchung angeordnet. 2.300 Männer - darunter auch der 22-Jährige - sollten eine Speichelprobe abgeben. Angesichts seiner drohenden Entdeckung sprengte sich der Täter einen Tag vor seinem Termin bei der Polizei selbst in die Luft. (APA/Reuters)

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