Rauchen fördert Rheuma

11. Dezember 2004, 19:00
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Nikotinsüchtige mit entsprechender erblicher Vorbelastung besonders gefährdet

Frankfurt/Main - Besonders gefährdet, an Rheuma zu erkranken, sind nikotinabhängige Menschen mit entsprechender erblicher Vorbelastung, berichtet das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum unter Berufung auf eine schwedische Studie. Wer in seinem Körper so genannte SE-Gene trägt und zugleich raucht, hat demnach ein wesentlich höheres Risiko, an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken, als Nichtraucher mit der gleichen genetischen Veranlagung. "Die beiden Faktoren korrespondieren miteinander", zitiert das Zentrum den Stockholmer Mediziner Lars Klareskog.

Raucher mit SE-Genen haben der Studie zufolge ein doppelt so hohes Rheuma-Risiko wie Raucher ohne diese Erbinformation. Ist das Merkmal von beiden Eltern geerbt, erhöht sich die Gefahr sogar um das Sechsfache. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Patienten Männer oder Frauen sind. Zugleich stellten die Wissenschaftler fest, dass Raucher häufig die so genannte rheumatoide Arthritis mit positivem Rheumafaktor entwickeln, die zu den besonders schweren Formen dieser Erkrankung zählen. Am größten ist nach Erkenntnissen der Mediziner das Erkrankungsrisiko, wenn als dritter Faktor zusätzlich so genannte CCP-Antikörper im Blut vorhanden sind.

Weitere Untersuchungen

Derzeit untersucht das Berliner Rheuma-Forschungszentrum an rund 1.000 Patienten, welchen Einfluss Tabakkonsum auf den Verlauf der Krankheit im frühen Stadium hat. Die Nikotinsucht sei nicht nur ein Risikofaktor für das Entstehen von Rheuma, sondern wirke sich auch negativ auf den Verlauf der Krankheit aus, erklärten die Mediziner. In der Regel benötigten Raucher nicht nur mehr Medikamente, sondern ihre Beschwerden ließen sich auch schlechter behandeln. Detaillierte Daten dazu will das Zentrum im kommenden Frühjahr vorlegen.

Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste unter den rund 450 Varianten der Volkskrankheit Rheuma. Rund 800.000 Menschen in Deutschland sind von dem chronisch-entzündlichen und unheilbaren Leiden betroffen, bei der sich die Gelenkinnenhaut verdickt und die Gelenke versteifen. Ursache ist meist eine schwere Störung des Immunsystems, das sich gegen die eigenen Gelenke richtet. Dabei wird nach und nach der Knorpel verzehrt und der darunter liegende Knochen beschädigt, was zu starken Schmerzen und Schwellungen führt. Im späteren Stadium kommen Deformationen hinzu sowie ein Verlust der Gelenkfunktion unter anderem in den Händen und Knien. (APA/AP)

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