Polizeigewerkschaft: "Reisenden soll man nicht aufhalten"

13. Dezember 2004, 07:44
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Kriminalbeamten-Gewerkschafter Haselmayer: "Emotionslos" - Gendarmerie-Kaipel: "Sicher kein Nachteil"

Wien - Gelassen nahmen die SPÖ-Personalvertreter der Exekutive den Rücktritt von Innenminister Ernst Strasser (V) zur Kenntnis. So sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Franz Pail, am Freitag der APA: "Einen Reisenden soll man nicht aufhalten." Gottfried Haselmayer, Vorsitzender der Kriminalbeamtengewerkschaft: "Ich nehme den Rücktritt emotionslos zur Kenntnis." Ähnlich wie Pail äußerte sich Kurt Kaipel, stellvertretender Vorsitzender der Gendarmeriegewerkschaft: "Wenn einer ziehen will, soll man ihn nicht aufhalten." Es sei "sicher kein Nachteil".

Pail zeigte sich überrascht, dass Strasser zurücktrete, einen Tag nachdem er im Parlament die Zusammenlegung der Wachkörper beschließen habe lassen. Vielleicht habe er in der Sicherheitspolitik nicht mehr die Chancen gesehen, seine Vorstellungen durchzusetzen. Zudem sei er in der Öffentlichkeit zuletzt schlecht weggekommen. "Seine Politik war vielleicht doch nicht die beste", sagte Haselmayer.

Unisono vorsichtig optimistisch äußerten sich die Personalvertreter zum voraussichtlichen Innenminister Günther Platter (V): "Wir hoffen auf ein verbessertes Gesprächsklima ", sagte Haselmayer. Kaipel: "Platter ist ein Gendarm. Ich erwarte mir vom neuen Minister eine sehr gute Gesprächsbasis." Auch Pail steht dem "Bundesminister Platter nicht ablehnend gegenüber". Er habe Reformen im Bundesheer durchgebracht. "Er wird daran gemessen, was er für die Exekutive tut. Wir sind gesprächsbereit." (APA)

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