Komet zur Weihnachtszeit

12. Dezember 2004, 12:00
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"C/2004 Q2" sollte in klaren Nächten mit freiem Auge sichtbar sein - größte Erdannäherung am 5. Jänner

Wien - Rechtzeitig zu den Feiertagen kündigt sich ein Komet an. Der Wiener Astronom Hermann Mucke erwartet zwar keine so eindrucksvolle Erscheinung wie etwa Hale-Bopp vor wenigen Jahren, immerhin sollte "C/2004 Q2" in klaren Nächten mit freiem Auge sichtbar sein.

Der Komet wurde im August 2004 entdeckt. Seine parabolische Umlaufbahn um die Sonne ist um 39 Grad zur Ebene der Erdbahn geneigt. Seinen sonnennächsten Punkt - etwas mehr als die Entfernung Erde-Sonne - wird "C/2004 Q2" am 24. Jänner 2005 erreichen, dann geht es wieder ab in die Tiefen des Weltalls. Die größte Annäherung an die Erde wird am 5. Jänner mit 52 Millionen Kilometer erwartet, was einem Drittel der Distanz Erde-Sonne entspricht.

Die Bahn

Mucke erwartet, dass der Schweifstern in der zweiten Dezemberhälfte mit freiem Auge sichtbar wird. Für Experten: rechts unterhalb des Orion im Eridanus. Für weniger Himmelskundige: etwa am 19. Dezember ist er am Abend tief über dem Horizont im Ostsüdosten zu sehen. Im Verlauf des Dezembers wandert er dann höher, bleibt aber abends in der gleichen Himmelsrichtung Ostsüdost zu betrachten. Bis zum 25. Jänner 2005 ist er dann am Abend knapp nördlich des Himmelsscheitels, also des höchsten Punkts am Firmament, zu sehen. Ende Februar wird die Freisicht langsam enden.

Mucke rät, für die Beobachtung dunkle, klare Nächte auszuwählen. Besonders gut ist er im Freiluftplanetarium Georgenberg bei der Wotrubakirche in Wien-Mauer sehen. Der Komet sollte als kleines Wölkchen zu erkennen sein. Auf Grund der Stellung zur Sonne könnte sich ab Mitte Jänner ein kurzer Schweif zeigen, dieser wird voraussichtlich aber nur mit einem Fernglas auszunehmen sein. Derzeit zeigt der Schweif nahezu von der Erde weg und ist für uns mehr oder weniger unsichtbar.

Hintergrund

Kometen sind mehr oder weniger große Klumpen aus Eis und Staub. Bei der Annäherung an die Sonne wird ein Teil der Kometenmaterie durch die Sonnenstrahlung in das Al geblasen und zum Leuchten gebracht. Das ergibt den typischen, immer von der Sonne abgewandten Schweif. Kometen verlieren dadurch beständig Material und werden immer kleiner und unbedeutender. So setzte der Halley'sche Komet die Menschen im Mittelalter noch in Angst und Schrecken, heute ist er bei seinen Passagen kaum noch zu sehen. (APA)

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    "C/2004 Q2" wird nicht so eindrucksvoll wie etwa Hale-Bopp (Foto) sein.

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