Platter wird am Samstag als neuer Innenminister angelobt

10. Dezember 2004, 17:30
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Schüssel lässt offen, wer auf Dauer auf Strasser folgt: Platter übernimmt zunächst Innen- und Verteidigungsressort

Wien - Nach dem Rücktritt von Innenminister Ernst Strasser (V) wird bereits am Samstag (8.15 Uhr, Präsidentschaftskanzlei) Verteidigungsminister Günther Platter (V) als Innenminister angelobt. Das teilte Heidi Glück, die Sprecherin von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der APA mit.

Schüssel lässt alles offen

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) lässt nach dem Rücktritt von Strasser offen, wer auf Dauer dessen Nachfolger wird. Er habe Verteidigungsminister Günther Platter (V) gebeten, "vorübergehend" auch das Innenressort zu führen, erklärte der VP-Chef Freitag Nachmittag in einer außerplanmäßigen Erklärung im Nationalrat. Strasser habe gemeinsam mit den Sicherheitskräften dafür gesorgt, dass Österreich weiter zu den sichersten Ländern der Welt gehöre. So solle es auch bei Platter bleiben, ließ der Kanzler offen, wie lange dieser im Amt bleibt.

Platter werde jedenfalls morgen angelobt. Mit ihm stehe eine Persönlichkeit zur Verfügung, die die Kompetenz habe, das Innenministerium zu führen. Platter habe viele Jahre sehr erfolgreich als Gendarmeriebeamter gearbeitet und kenne so sowohl die Erfordernisse der Bürger als auch jener der Mitarbeiter des Ministeriums. Gerade beim jüngsten Misshandlungsskandal im Bundesheer habe der Verteidigungsminister auch "höchste Führungskompetenz, Durchsetzungskraft und Krisenmanagement unter Beweis gestellt". Mit der Bestellung Platters könne nun "der Übergang reibungslos vonstatten gehen".

Zum Abgang Strassers meinte Schüssel, der Innenminister habe ihn gestern Abend über seine Pläne informiert und ihm heute früh gesagt, dass er den Rücktritt bereits jetzt öffentlich machen werde. Grundsätzlich attestierte er dem scheidenden Ressortchef, gute Arbeit für die Sicherheit geleistet zu haben. Hervorgehoben wurden von Schüssel unter anderem die Fusion der Wachkörper, die Etablierung des Bundeskriminalamts, die Neuorganisation der Gedenkstätte Mauthausen sowie das (vom VfGH teils aufgehobene, Anm.) Asylgesetz. (APA/red)

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    Der alte und der neue Innenminister

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