Peking warnt Taiwan vor "Spiel mit Feuer"

15. Dezember 2004, 10:52
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China wirft Taipeh Unabhängigkeitsstreben vor

Peking/Taipeh - Vor der Parlamentswahl am Samstag in Taiwan hat China vor einem "Spiel mit Feuer" gewarnt. Das kommunistische Parteiorgan "Volkszeitung" warf Taiwans Präsident Chen Shui-bian am Freitag in einem Kommentar vor, mit seinen Plänen für eine neue Verfassung die Unabhängigkeit erreichen zu wollen. "Chen Shui-bian ist jetzt geblendet von übermäßigem Ehrgeiz." Das chinesische Volk habe keine Angst und werde "um jeden Preis" die Versuche zerschlagen, Taiwan vom Vaterland abzutrennen, warnte das Parteiorgan.

Zugewinne für das "grüne" Lager Chen Shui-bians Demokratischer Fortschrittspartei (DPP) dürften als Unterstützung für die Pläne des Präsidenten gewertet werden, nach einer Volksabstimmung 2006 eine neue Verfassung 2008 in Kraft treten zu lassen.

Schritt in Richtung Unabhängigkeit

Die kommunistische Führung in Peking sieht darin aber einen "gefährlichen Schritt" in Richtung Unabhängigkeit der Insel, die nur als abtrünnige Provinz betrachtet wird. Für den Fall einer Unabhängigkeit droht Peking mit Krieg. Auch die USA haben zuletzt vergangene Woche davor gewarnt, den Status quo zu verändern. Eine Mehrheit im Parlament würde Präsident Chen Shui-bian allerdings den Weg für seine Gesetzesvorhaben frei räumen. (APA)

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