Monumente

9. Dezember 2004, 20:18
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Von RAU

Ein gebürtiger Österreicher, Friedrich St. Florian Gartler, hat das vor einem Jahr eröffnete "Weltkrieg II"-Memorial auf der "Mall" in Washington gestaltet. Die US-Presse meinte, es hätte auch von Hitlers Leibarchitekt Albert Speer entworfen worden sein können, und tatsächlich hat die kreisförmige Orgie in Granit eine kalte, gleichzeitig banale Pracht an sich. Ein Rundgang auf der Mall, der Monumente-Landschaft der US-Hauptstadt, erinnert daran, wie viele große Kriege die USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geführt haben.

Am beeindruckendsten ist nach wie vor das Vietnam Memorial mit den Namen von 58.000 Gefallenen auf schwarzem Stein. In den letzten Jahren dazugekommen ist das Denkmal für den Koreakrieg (1950-1953, 53.000 US-Tote). Überlebensgroße, realistische Figuren von Soldaten im Kampftrauma. Und eben das Weltkrieg-II-Denkmal für rund 400.000 Gefallene. Drei Kriege binnen 60 Jahren, in denen die Weltmacht USA gegen totalitäre Systeme (NS, Kommunismus) kämpfte, mit absoluter Berechtigung (Weltkrieg II), mit immer noch großer (Korea) und mit zweifelhafter (Vietnam).

Nun also der Krieg im Irak, mit unklaren Zielen - und unklarem Ausgang. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.12.2004)

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