Paris verkauft Teil von Air France-KLM

16. Dezember 2004, 14:22
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680 Millionen Euro Erlöse - Staatsanteil sinkt auf weniger als 20 Prozent

Paris - In einer Blitzaktion hat die französische Regierung am Donnerstag 681,9 Mio. Euro durch den Verkauf von Anteilen der Fluggesellschaft Air France-KLM erlöst. Nach Angaben des Finanzministeriums in Paris wurden 47,68 Millionen Titel zum Preis von 14,30 Euro abgesetzt. Der Kurs der größten europäischen Fluglinie hatte seit der Fusion im Frühjahr im August einen Tiefststand unter zwölf Euro erreicht und war dann allmählich gestiegen. Am Mittwoch war die Airline bei Börsenschluss in Paris mit 14,54 Euro notiert worden.

Der Staatsanteil an Air France-KLM sinkt durch den Verkauf der Aktienpakete sowie durch die Ausgabe von Anteilsscheinen an Mitarbeiter von zuvor mehr als 44 auf demnächst weniger als 20 Prozent. Vor der Fusion mit KLM war die französische Regierung noch Mehrheitseigner von Air France gewesen. An die Mitarbeiter sollen insgesamt 21,6 Millionen Aktien ausgegeben werden - zum Teil als Kompensation für Einkommensverluste, die im Zusammenhang mit der Privatisierung vereinbart wurden.

Der in der vergangenen Woche ernannte französische Finanzminister Herve Gaymard sagte vor Journalisten in Paris, der Erlös aus dem Aktienverkauf werde zur Verringerung der Staatsschulden verbucht. Nach den bisherigen Berechnungen geht die französische Regierung davon aus, im laufenden Jahr ein Defizit von rund 3,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu verzeichnen. Damit wird das EU-Defizitkriterium von drei Prozent des BIP übersprungen. Die Europäische Kommission erwartet, dass Frankreich umgehend zur Haushaltsdisziplin zurückkehrt und den EU-Stabilitätspakt einhält.(APA)

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