US-Kongress ebnet Weg für privaten Weltraumtourismus

15. Dezember 2004, 12:58
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Suborbitale Flüge für Privatpersonen auf eigenes Risiko

Washington - Der US-Kongress hat den Weg zum privaten Weltraumtourismus frei gemacht. Die Abgeordneten verabschiedeten am Mittwoch (Ortszeit) in Washington eine Gesetzesnovelle zur kommerziellen Nutzung des Weltalls. Danach wird es Privatpersonen künftig gestattet, auf eigenes Risiko an suborbitalen Flügen teilzunehmen. Damit sollen vor allem teure Schadensersatzklagen im Fall von Unglücken ausgeschlossen werden.

Zugleich werden risikofreudige Unternehmer geschützt, die in den kommenden Jahren Milliarden von Dollar in den jungen Industriezweig pumpen wollen. Das Gesetz muss noch von US-Präsident George W. Bush unterzeichnet werden und tritt dann in Kraft. Es sieht vor, dass in einer Übergangszeit von acht Jahren den Entwicklern von privaten Raumflugkörpern und den Veranstaltern von Weltraum-Ausflügen weit gehend freie Hand gelassen wird.

Bemängelte Sicherheitsstandards

Die US-Luftfahrtbehörde FAA soll sich erst einschalten, falls es zu einem tödlichen Unglück oder einem unvorhergesehenen Zwischenfall kommt. Ab dem Jahr 2012 soll nach Angaben des US-Fernsehsenders MSNBC die FAA dann die Spielregeln festlegen. Vor allem demokratische Abgeordnete im Kongress bemängelten die ihrer Meinung nach zu laxen Sicherheitsstandards in dem Gesetz.

Die beiden Rekordflüge des privat finanzierten Raketenflugzeuges "SpaceShipOne" aus Kalifornien lösten in den USA eine Euphorie über die Perspektiven des Weltraumtourismus aus. Der gebürtige Südafrikaner Mike Melvill war Ende September als erster privater Pilot in eine Höhe von über 100 Kilometer bis zum Eintreten der Schwerelosigkeit geflogen. Vor dem 63-Jährigen hatten das schon 432 andere Astronauten geschafft. Aber diese waren an Bord von staatlich finanzierten Raumschiffen.

An Bord eines modifizierten Modells von "SpaceShipOne" will der britische Milliardär und Fluglinien-Mogul Richard Branson ab 2007 Touristen ins All befördern. Mehr als 1000 Menschen haben sich bereits beworben. Dazu gehören nach Angaben von MSNBC auch die beiden Schauspieler Sigourney Weaver aus "Alien" und William Shatner aus "Raumschiff Enterprise/Startrek". Der durchschnittliche Preis für ein Ticket liegt nach bisherigen Vorstellungen der Veranstalter bei rund 100.000 Euro. (APA/dpa)

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