Ebadi warnt USA vor Einmarsch in den Iran

10. Dezember 2004, 16:46
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Friedens-Nobelpreis­trägerin: Bevölkerung werde "Eindringen einer fremden Macht nicht erlauben"

Nürnberg - Die Friedensnobelpreisträgern Shirin Ebadi hat die USA vor einem Einmarsch in den Iran gewarnt. Die Invasoren müssten dabei mit erheblichem Widerstand der Bevölkerung rechnen, sagte die iranische Menschenrechtlerin am Donnerstag bei einer Konferenz in Nürnberg. "Die iranische Bevölkerung wird es nicht erlauben, dass eine fremde Macht in den Iran eindringt", sagte Ebadi. Der Reformwillen der Iraner bedeute nicht automatisch, dass sie die Einmischung fremder Staaten duldeten oder gar befürworten.

"Demokratie lässt sich nicht wie eine Ware importieren. Es ist kein Geschenk, dass man einem Land überreicht und auch nicht mit Bomben durchsetzbar. Demokratie muss vielmehr in ganz ruhiger Atmosphäre ins Land kommen", sagte die Rechtsanwältin. In der iranischen Bevölkerung sei die Unzufriedenheit groß. Die Menschen wollten aber eine Änderung auf friedlichem Wege und ohne Gewalt. Reformbestrebungen hätten aber in der letzten Zeit Rückschritte erlitten, räumte Ebadi ein.

Bei der bis zum Freitag dauernden Tagung der "Europäischen Konferenz der Städte für die Menschenrechte" beraten Vertreter von 96 Städten über eine kommunale Menschenrechtspolitik. In Deutschland haben eine entsprechende Charta allerdings erst Nürnberg und Berlin unterzeichnet. Stark ist das kommunale Menschenrechts-Netzwerk vor allem in Frankreich.

(APA/dpa)

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