Erste Studie zu den Sicherheitsaspekten von medizinisch verwendetem Cannabis

12. Dezember 2004, 12:30
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1.400 Menschen mit chronischen Schmerzen werden ein Jahr lang begleitet

Montreal - In Kanada ist die erste Studie ihrer Art zu den Sicherheitsaspekten bei der medizinischen Verwendung von Cannabis gelauncht worden. Die COMPASS-Studie wird 1.400 Patienten mit chronischen Schmerzen für ein Jahr verfolgen, von denen 350 Cannabis als Teil ihrer Schmerzbehandlungstherapie verwenden. Dabei handle es sich vor allem um Schmerzen in Verbindung mit Verletzungen des Rückenmarks, Multipler Sklerose und anderer schwer zu behandelnder Nerven- oder Muskelschmerzen. Krebspatienten sind als Probanden ausgenommen.

Die Forscher wollen die Auswirkungen auf Nieren, Leber, Herz, Lungenfunktion und Hormonniveaus untersuchen. Seit 1999 ist es in Kanada erlaubt, Cannabis unter bestimmten Umständen aus medizinischen Gründen anzuwenden. Ärztliche Verschreibung und Genehmigung durch Health Canada sind jedoch obligat. Bisher wurde aber die Sicherheit von Cannabis, das für medizinische Zwecke verwendet wird, nicht wissenschaftlich untersucht. "Andere Studien erheben, ob Cannabis Schmerzen und andere Symptome lindert", so Mark Ware, Studienautor und Schmerzmediziner am Schmerzzentrum des McGill University Health Centre. Diese anderen Studien seien wichtig, aber es müsse auch erforscht werden, wie sicher die Cannabis-Verwendung für medizinische Zwecke ist. Dabei müssten die Auswirkungen auf Patienten, die mehrfache Medikationen erhalten, ebenso berücksichtigt werden wie Konditionen mit hohem Blutdruck oder Diabetes, die das Krankheitsbild verkomplizieren.

Das Cannabis, das in der kanadischen Studie verabreicht wird, wird von dem Unternehmen Prairie Plant Systems Inc als Vertragspartner von Health Canada produziert. Der Pflanzenstamm in dieser Untersuchung enthält etwa zwölf Prozent THC. Das von der Regierung beigestellte Cannabis wird an Apotheken geliefert und von dort an die Patienten ausgegeben. (pte)

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