Lebenslange Haft für ehemaligen SS-Offizier gefordert

10. Dezember 2004, 16:30
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Langer soll 1944 Ermordung von 60 Zivilisten befohlen haben - Untersuchung über fast 50 Jahre verschollene Beweise zu Kriegsverbrechen

Rom - Die Militärstaatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt La Spezia hat am Donnerstag lebenslängliche Haft für den Ex-Offizier Hermann Langer gefordert, der für das Massaker an 60 Zivilisten in einem Kloster in der Toskana vor fast 60 Jahren verantwortlich gemacht wird. Das Verfahren läuft seit Juli in La Spezia in Abwesenheit des Angeklagten, der im deutschen Linden lebt. Der 85-jährige ist der letzte noch lebende Offizier aus der Einheit, die den Massenmord verübt hatte.

Langer ist angeklagt, Anfang September 1944 eine Razzia im Kloster Farneta bei Lucca befehligt zu haben, in dem die Mönche Flüchtlinge versteckt hielten, unter ihnen zahlreiche Juden. Er soll anschließend die Exekution von 60 Menschen befohlen haben. Die Stadt Lucca wurde am folgenden Tag von den Alliierten befreit.

Die italienische Justiz hatte das Verfahren aufgenommen, nachdem sie im Zuge des Prozesses gegen den 1998 zu lebenslanger Haft verurteilten NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke auf Unterlagen zu fast 2300 Verbrechen gestoßen war, die von Nazis und Faschisten während des Zweiten Weltkriegs verübt worden waren. Ein im vergangenen Jahr eingesetzter Parlamentsausschuss untersucht, warum die Beweise ein halbes Jahrhundert verschollen waren. (APA)

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